Fast ein Jahr ist es jetzt her, dass der Horror durch München raste. Im Februar 2025 fuhr der damals 24-jährige Farhad N. mit dem Auto in eine Verdi-Demo an der Seidlstraße. Zwei Menschen starben, 44 weitere wurden zum Teil schwer oder lebensgefährlich verletzt. Am 16. Januar beginnt nun der Prozess gegen N. vor dem Oberlandesgericht.
Dem Mann wird eine grausame Tat vorgeworfen. Denn der Angeklagte, der die Tat aus übersteigerter religiöser Motivation heraus begangen haben soll, wollte wohl bewusst eine möglichst große Anzahl von Menschen treffen und töten. Mit Vollgas raste er in den Demonstrationszug, der gerade auf der Straße unterwegs war. So berichteten es diverse Augenzeugen und Opfer – viele von ihnen leiden bis heute. Auch nach dem ersten Zusammenstoß setzte N. seine Todesfahrt fort. Das Auto kam erst zum Stillstand, als die Vorderräder des Minis den Bodenkontakt verloren hatten – ein Mensch lag unter dem Auto.
Die Opfer wurden teils durch die Luft geschleudert, rissen dann wiederum andere Demo-Teilnehmer um. Die Folge: vielfach schwerste Verletzungen. Am dramatischsten waren die Folgen für eine 37-jährige Ingenieurin und ihre Tochter (2): Amel und Hafsa starben im Krankenhaus an ihren schweren Verletzungen. Farhad N. muss sich nun unter anderem wegen zweifachen Mordes, versuchten Mordes in 44 Fällen und wegen schwerer Körperverletzung verantworten. Für die bis 25. Juni dauernde Hauptverhandlung vor dem Oberlandesgericht wurden 38 Verhandlungstage angesetzt.
Nach dem Anschlag wurden Stimmen laut, die eine Verschärfung der Migrationspolitik forderten. Die Angehörigen der Toten wehrten sich jedoch gegen eine politische Vereinnahmung der Gewalttat. THI