Die Tabelle zeigt MVV-Preise. Rot: Diese Varianten sind teurer als das D-Ticket. © MVV
Finn Klein ist mit der IsarCard unterwegs.
Claudia Lenz setzt auf die Tageskarte.
Hilfe im Tarif-Dschungel: Bahnfahrende haben zahlreiche Tickets zur Auswahl. Welches sich für wen lohnt, hat nun der MVV ausgerechnet. © dpa, Schlaf (3)
Seit dem Jahreswechsel stellt sich für Münchner Pendler die Frage neu: Kaufe ich ein MVV-Abo – oder lieber ein D-Ticket? Klar ist: Beide haben ihre Vorteile. Der MVV hat nun ausgerechnet, welches Ticket sich für welchen Fahrgast-Typ lohnt.
Das Deutschlandticket ist seit dem 1. Januar teurer geworden. Es kostet jetzt 63 statt bislang 58 Euro. Dafür darf man damit fast alle Regional-Angebote in Deutschland kostenlos nutzen, also RB, RE, S-Bahn und öffentliche Verkehrsmittel wie Bus, Straßenbahn und U-Bahn.
Klare Sache, also – oder? Laut MVV gibt es Abos, die günstiger sind als das Deutschlandticket – gerade für Senioren. Andere sind zwar teurer, könnten aber trotzdem aus preislicher Sicht gerade für Familien interessant sein. Und auch bei den Abos haben sich die Preise zuletzt geändert.
Einzelfahrten: Wer nur wenig fährt, braucht wohl kein Deutschlandticket – hier das Beispiel für einen Erwachsenen. Eine Fahrt für eine Zone kostet 2,70 Euro – somit wäre das Deutschlandticket erst ab der 24. Fahrt günstiger. Bei zwei Zonen (oder Zone M für die Innenstadt) zahlt der Erwachsene 4,20 Euro – da kommt er erst ab der 16. Fahrt günstiger weg. Bei drei Zonen rentiert sich das 63-Euro-Ticket ab der zehnten Fahrt. Bei vier Zonen (oder zwei Zonen mit Zone M) ab der achten Fahrt. Bei einer Single-Tageskarte (7 Euro) fährt man ab der zehnten Fahrt günstiger mit D-Ticket.
MVV-Abo, Zone M: Diese Monatsfahrkarte im Abo kostet 59,50 Euro – 3,50 Euro weniger als das D-Ticket. Auch das MVV-Abo für eine oder zwei Zonen (ohne Zone M) kostet 59,50 Euro. Vorsicht: Als normale Monatskarte (also nicht im Abo) ist das Ticket mit 71,40 Euro deutlich teurer.
Monatskarte 9 Uhr: Sie kostet für die Zone M oder für zwei Zonen mit 63,50 Euro etwas mehr als das 63-Euro-Ticket – die Monatskarte für nur eine Zone (ohne Zone M) kostet aber nur 61,10 Euro.
MVV Abo 9 Uhr – Zone M: Macht monatlich 52,90 Euro. Auch für eine Zone (50,90 Euro) oder zwei Zonen (52,90 Euro) kommt man günstiger weg als mit dem Deutschlandticket..
MVV-Monatskarte 65: Auch das Monatsticket für Senioren ist für eine (54,50 Euro) oder zwei Zonen (59,50 Euro) sowie für die Zone M (59,50 Euro) günstiger als das D-Ticket. Im Abo kostet die Monatskarte 65 für die Zone M sogar nur 49,50 Euro. Eine Zone kostet 45,10 Euro, zwei Zonen 49,50 Euro.
Laut MVV sind alle größeren Zonenbereiche – also Zone M plus 1 oder ab drei Zonen – teurer als das Deutschlandticket. Dennoch bleiben immer wieder Nutzer bei ihrem MVV-Abo. Das liege oft daran, dass sie übertragbar sind – sofern man diese Variante beim Kauf gewählt hat. Dann können sich zwei oder mehr Personen ein Abo teilen. Beim regulären MVV-Abo darf man auch Kinder kostenlos mitnehmen (ab 9 Uhr, Kinder von 6 bis 14 Jahren). Für Familien ein großer Vorteil.
Und das sagen Bahnkunden: Sigrid Singelmann (57) fährt mit Deutschlandticket fünf Mal die Woche von Pfaffenhofen nach München. „Das ist trotz Erhöhung bedeutend günstiger als normale Tickets.“ Finn Klein (20) nutzt die IsarCard. „Die kostet monatlich um die 30 Euro, das wird von meiner Arbeit gezahlt“, sagt er. Und Claudia Lenz (46) ist nur ein- bis zweimal im Monat öffentlich unterwegs – mit der Tageskarte. Ansonsten fährt sie eher mit dem Rad als mit den Öffis.THOMAS GAUTIER, BILAL SAFIOU