Das ist ja pandastisch!

von Redaktion

Spektakuläre Leihgabe aus China – Zwei Bären für Hellabrunn

Ministerpräsident Markus Söder mit einem Stoff-Panda bei seiner China-Reise. © Peter Kneffel/dpa

Im Tierpark Hellabrunn sollen die knuffigen Tiere aus Asien als Leihgabe der Volksrepublik China bald ein neues Zuhause bekommen. © ANTONY DICKSON

Hellabrunn bekommt Riesen-Pandas! Nach Informationen unserer Zeitung soll der Plan schon kommende Woche bei einer großen Zeremonie im Tierpark vorgestellt werden – die possierlichen Tiere werden bald eine der ganz großen Attraktionen sein. Das Pärchen ist eine Leihgabe der Volksrepublik China, die ihre traditionelle „Panda-Diplomatie“ in Bayern fortsetzt.

Das Empfangskommando für die Pandas: hochkarätig. Ministerpräsident Markus Söder (CSU) verkündet den Deal der schwarz-weißen Tiere in Hellabrunn, Chinas Botschafter wird aus Berlin anreisen. Tatsächlich war es Söder auf seiner China-Reise 2024, der die Panda-Leihe ins Rollen brachte. Beim Besuch einer Panda-Aufzuchtstation in Chengdu, der Hauptstadt der Provinz Sichuan, und bei höchsten politischen Gesprächen in Peking warb Söder dafür, die Tiere nach Bayern zu holen. „Knuffig sind sie schon“, befand Söder damals, „da geht einem das Herz auf“. Für seine Panda-Begeisterung wurde er zwischenzeitlich belächelt, als die Fotos des Auftritts, 8000 Kilometer von Bayern entfernt, bundesweit die Runde machten: Für die Fotografen herzte und küsste der CSU-Chef nämlich Plüsch-Pandas. Kritiker klagten, er solle sich eher um Menschen- als um Bärenrechte kümmern. Er konterte das mit dem Hinweis, es gehe um Real-, nicht um Moralpolitik.

Jetzt wird aus dem Spaß Ernst. China hat sich nämlich auf höchster Ebene bereit erklärt zum Panda-Export, was eine Seltenheit ist. Früher gingen die friedfertigen Tiere als kostenlose Imagewerbung für das Reich der Mitte häufiger an ausländische Zoos, dann wurde das einige Jahre deutlich restriktiver gehandhabt. In Deutschland hat nur Berlin Riesenpandas, damals vermittelt von Angela Merkel persönlich: Meng Meng und Jiao Qing, seit 2017 für angeblich eine Million Euro Leihgebühr. Als sie Nachwuchs bekamen, die Zwillinge Pit und Paule, löste das im August 2024 einen Riesenansturm von zehntausenden Besuchern auf den Zoo aus. Schließlich wurde der Zugang reguliert und pro Gruppe auf wenige Minuten beschränkt. Beide Babys wurden dann aber zur Zucht nach China zurückgeholt.

So wird es auch mit München vereinbart. Was Söders Leih-Pandas genau kosten und wie lange der tiergerechte Umbau in Hellabrunn dauert (und die Beschaffung großer Mengen Bambus), ist nicht bekannt. Hinter den Kulissen würden noch Details schlussverhandelt, heißt es. Die Staatskanzlei äußert sich auf Nachfrage nicht zu dieser Sache.

Klar ist: Die bayerische Panda-Sensation soll nicht nur Zuschauer glücklich machen, sondern auch dabei helfen, die Erhaltungszucht für die vom Aussterben bedrohten Tiere zu stärken. Ähnlich lief es übrigens 2024 mit dem Zoo San Diego, der aus China ein junges Panda-Pärchen bekam. In chinesischen Regierungskreisen wird betont, es gehe um ein außergewöhnliches Ereignis, das für einen Meilenstein der Freundschaft Chinas mit Bayern stehe. Das Land ist einer der größten Handelspartner des Freistaats.CHRISTIAN DEUTSCHLÄNDER

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