Das große Panda-ABC

von Redaktion

Süße Schwarz-Weiß-Bären für Hellabrunn: Das kommt auf München zu

Andreas Knieriem mit Panda-Nachwuchs.

Die Panda-Zwillinge Leni und Lotti leben im Berliner Zoo. © Zoo Berlin (2)

Gestern berichtete unsere Zeitung exklusiv über die „pandastischen“ Neuigkeiten: Bald werden zwei Pandabären im Tierpark Hellabrunn einziehen. Das Pärchen ist eine Leihgabe aus China, eingefädelt hat den Deal Ministerpräsident Markus Söder (CSU). Nach Merkur-Informationen wird der Plan nächste Woche vorgestellt – neben Söder wird auch Chinas Botschafter aus Berlin anreisen. Hellabrunn äußert sich noch nicht zum großen Geheimnis, aber es gibt ja auch anderswo in Deutschland Panda-Expertise.

Die süßen Schwarz-Weiß-Bären gibt es nämlich schon in Berlin: Dort hat die Haltung und Zucht der Tiere Tradition. 2019 gebar Panda-Dame Meng Meng dort zum ersten Mal Nachwuchs, 2024 erneut. Die Zwillinge Leni und Lotti leben zusammen mit ihrer Mutter noch im Berliner Zoo und sind die kleinen Stars. Ihre Pflege ist allerdings hochkomplex. Philine Hachmeister vom Zoo Berlin erklärt, was man über die Pandas wissen muss und was da auf München zukommt. Das Panda-ABC:

Alter: Große Pandas werden in der Wildnis bis zu 20 Jahre, in Gefangenschaft sogar über 30 Jahre alt. Der älteste bekannte Große Panda starb mit 36 Jahren.

Beute: Große Pandas gehören zur Familie der Großbären. Also eigentlich Raubtiere – trotzdem ernähren sie sich fast ausschließlich von Bambus. Sie fressen auch kleinere Tiere wie Schnecken oder Raupen, doch Bambus ist ihre Hauptmahlzeit.

Darm: Die putzigen Tiere haben einen sehr komplizierten Verdauungstrakt. „Sie haben spezielle Darmbakterien, die ihnen helfen, den Bambus zu verdauen“, erklärt Hachmeister. Kontrolle ist wichtig: In Berlin wird jeden Tag penibel gewogen, wie viel Bambus die Tiere bekommen und wie viel Kot sie ausscheiden.

Einzelgänger: Die Riesenbären sind Einzelgänger, treffen sich normalerweise nur zur Paarung. Um ihren Nachwuchs kümmert sich eine Panda-Mutter etwa zwei bis vier Jahre, sagt Hachmeister. Der Vater spielt nach der Paarung keine Rolle bei der Aufzucht seiner Kinder.

Feinschmecker: Bis zu sechs verschiedene Sorten Bambus hält der Zoo Berlin für seine Tiere immer parat. „Jedes Tier hat seine Vorlieben, manchmal wollen sie eine andere Sorte als am Tag zuvor“, sagt Hachmeister. Bis zu 30 Kilo Bambus werden pro Tier täglich verfüttert. Dafür hat der Zoo ein eigenes Bambus-Kühlhaus. Plantagen aus Frankreich und den Niederlanden liefern die Pflanze an den Zoo.

Gefährlich: So süß die Tiere auch aussehen: „Man darf sie nicht unterschätzen“, betont Hachmeister. „Die haben eine außerordentlich starke Beißkraft.“ Die Tierpfleger sind deshalb nie in direktem Kontakt mit den erwachsenen Tieren.

Lieblingsaktivität: „Fressen und Schlafen“. Das machen die Pandas am liebsten, sagt Hachmeister. Rund zehn bis zwölf Stunden schlafen die Tiere am Tag. Sie mögen es eher kühler als heiß, Temperaturen um die 20 Grad sind ihnen am liebsten.

Nachwuchs: Pro Wurf (meistens zwei Tiere) wird immer nur eines von der Mutter großgezogen. Damit beide Jungtiere überleben, hat der Berliner Zoo abwechselnd ein Baby bei der Mutter gelassen und das andere mit der Flasche gefüttert. „Der Wechsel hat die Mutter nicht gestört“, erklärt Hachmeister. Die Mama hat meist nur genug Milch für ein Junges.

Training: „Medizinisches Training ist sehr wichtig, das üben wir jeden Tag“, sagt Hachmeister. Weil die Pfleger nicht direkt zu den Tieren können, trainieren sie mit ihnen etwa, sich aufzurichten und ihren Bauch zeigen. So wurde Meng Meng während ihrer Schwangerschaft per Ultraschall untersucht.

Und was sagt der Chef? Andreas Knieriem, der seit 2014 den Berliner Zoo leitet, sagt über den (noch nicht ganz fertig verhandelten) Münchner Plan: „Als ehemaliger Direktor des Tierparks Hellabrunn würde ich mich freuen, wenn auch die bayerische Landeshauptstadt nun Große Pandas bekommt.“LEA SCHÜTZ

Artikel 10 von 11