Der Held aus dem Horror-Haus

von Redaktion

Lerchenau: Münchner Feuerwehrler war bei gefährlichem Einsatz als Erster am Gebäude

Anton Machmüller mit OB Reiter (re.). Der Feuerwehrmann war als Retter am Horror-Haus (Foto re.). © PRIVAT, Feuerwehr

Er wollte Leben retten – und hätte das fast selbst mit dem Leben bezahlt. Am 1. Oktober 2025 war Feuerwehrmann Anton Machmüller (36) als erster Retter auf dem Grundstück des brennenden Hauses an der Glockenblumenstraße 14 (Lerchenau). Da verhedderte er sich mit dem Fuß in einem Draht – an dem eine Sprengfalle hing.

Die hatte Amokläufer Martin P. († 57) zuvor im Garten platziert. Der hatte sein Elternhaus gestürmt, seinen Vater († 90) getötet, Mutter und Tochter verletzt und das Haus angezündet (wir berichteten).

Machmüller und seine sieben Kameraden von der Freiwilligen Feuerwehr waren gegen 5 Uhr als Erste mit ihrem Fahrzeug am Horror-Haus angekommen. Zunächst entdeckte er die Mutter von Martin P. – auf der Terrasse. „Sie lag auf dem Bauch, halb unter dem Rollladen. Innen sah man den Feuerschein. Sie hatte eine Schusswunde an der Brust.“ Die Retter brachten sie vom Grundstück, gingen dabei rückwärts durchs Gartentor – und blieben am Bombendraht hängen! „Da hing ein Eimer dran. Später sagte man uns, dass da eine Sprengfalle drin war. Die war zum Glück nicht richtig angeschlossen.“

Die Feuerwehr konzentrierte sich auf das Löschen von außen, mied zum Eigenschutz das Grundstück. Richtige Entscheidung: „Hinten im Garten war noch eine Selbstschussanlage, woanders weitere Sprengfallen.“ Nach rund vier Stunden wurden Machmüller und seine Kameraden abgelöst. Den Einsatz hätten sie mittlerweile alle gut verkraftet, sagt er – „dank der guten Betreuung bei der Feuerwehr München“.

Machmüller (von Beruf Ingenieur am Flughafen) ist seit 21 Jahren bei der Freiwilligen Feuerwehr – „das war der gefährlichste Einsatz“, sagt er. Beim Neujahrsempfang am Donnerstag wurde er stellvertretend für alle Feuerwehrleute von OB Dieter Reiter (SPD) gelobt. Retter wie er seien der Grund, warum sich die Münchner sicher fühlen könnten, sagte Reiter. „Ein bemerkenswertes Vorgehen. Trotz dieses Wahnsinns ist er immer noch Feuerwehrmann. Hut ab!“THOMAS GAUTIER

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