Großer Bahnhof für den neuen Bahnhof

von Redaktion

Poccistraße: Vertrag ist unterzeichnet – Der Regionalzug-Halt kommt 2031

Der neue Bahnhof soll einen 340 Meter langen Mittelbahnsteig bekommen. Gestern unterzeichneten Bayerns Verkehrsminister Christian Bernreiter (CSU, v. li.), Ulrich Lange, der Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium, und Heiko Büttner, Bahn-Bevollmächtigter für den Freistaat Bayern, die Verträge. © Visualisierung: DB

Pendler können ein Lied davon singen: Wer aus Rosenheim, dem Chiemgau oder Mühldorf täglich mit der Bahn nach München fährt, braucht recht lange – vor allem, wenn er in den Münchner Süden will. Meist muss man über den Ost- oder Hauptbahnhof und sich dort ins Gedränge schieben. Das soll bald nicht mehr nötig sein. Denn an der Poccistraße, wo im Moment noch die Güterzüge rollen, wird ein neuer Bahnhof für den Personenverkehr gebaut. Dort sollen dann die Züge aus dem Süden halten.

Gesprochen wurde über die Bahnhofspläne schon seit Jahren. Jetzt unterzeichneten Bayerns Verkehrsminister Christian Bernreiter (CSU), der Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium Ulrich Lange und Heiko Büttner, Bahn-Bevollmächtigter für den Freistaat Bayern, einen entsprechenden Realisierungs- und Finanzierungsvertrag. Gleichzeitig stellten sie die genauen Pläne für den Regionalhalt am KVR vor. „Mit dem heutigen Vertrag legen wir als Freistaat die Grundlage für eine bessere Verknüpfung des Nahverkehrs auf der Schiene im Großraum München“, so Bernreiter. „Wir hoffen, dass der Bund das Projekt so hoch wie möglich fördert.“ Die Gesamtkosten liegen bei etwa 96 Millionen Euro. Davon wird der Bund voraussichtlich 60 bis 90 Prozent übernehmen.

Der Neubau bedeutet für rund 7000 Fahrgäste täglich: weniger Umstiege und schneller bei der Arbeit oder zu Hause sein. Auch überfüllte Knotenpunkte wie der Marienplatz werden durch den neuen Halt entlastet. Wer mit der U3 oder U6 dort ankommt, kann direkt in einen Regionalzug umsteigen. Zusätzlich wird so auch weniger Verkehr über die S-Bahn-Stammstrecke geleitet und Stadtteile wie Giesing und Sendling werden künftig besser angebunden.

Bisher fahren auf der Eisenbahnbrücke über der Poccistraße hauptsächlich Güterzüge. Die will die Bahn künftig über den Münchner Norden umleiten. Voraussetzung sind allerdings zusätzliche Gleise zwischen Daglfing und Johanneskirchen. Bernreiter geht davon aus, dass der neue Bahnhof 2031 fertig sein wird. Er soll mit einem 340 Meter langen Mittelbahnsteig ausgestattet werden und barrierefrei über die Lindwurmstraße und die Poccistraße zugänglich sein. Einer der Zugänge wird von der Stadt finanziert. Neben der Verknüpfung mit der U3 und U6 soll auch die geplante U9 später dort halten. Mit ihr lassen sich dann von dort aus die Stadtteile Maxvorstadt, Schwabing-West und Garching gut erreichen.GABRIELE WINTER

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