Betrugsopfer Kathrin Rudolph warnt andere. © SIGI JANTZ
Fahrräder, Winterreifen oder Bagger: All das sind Dinge, die Kathrin Melanie Rudolph zuletzt auf Facebook angeboten hat. Wer sich auf ein Geschäft einlässt, ist sein Geld los. Denn: Die Kleinanzeigen wurden von Cyberkriminellen aufgegeben, die die geklaute Identität von Kathrin Rudolph benutzen. Was das für zweifache Mutter aus Haar bedeutet, hat sie auf der True-Crime-Bühne erzählt.
Ihr Martyrium begann vor vier Jahren. Damals wollte sie eine Playstation kaufen. „Als Weihnachtsüberraschung für meinen Sohn.“ Als sie Vorkasse ablehnt, verlangt der Verkäufer ein Foto ihres Personalausweises mit ihrem Gesicht. Sie willigt ein und verschickt das Bild. Ein Lottogewinn für Trickbetrüger: Sie geben daraufhin tausende Anzeigen in Rudolphs Namen auf. Die Käufer indes erhalten niemals die gewünschte Ware. Die Opfer stehen wutentbrannt bei den echten Rudolphs vor der Haustür – und wollen ihr Geld zurück. „Das waren rund 2000 Leute in vier Jahren“, berichtet Kathrin Melanie Rudolph.
Wie Thomas Goger, Leiter der Zentralstelle Cybercrime in Bayern, sagt, wurden die Daten und das Foto wohl im Darknet weiterverkauft. So ging der Albtraum immer weiter. Inzwischen scheint der geklaute Name verbrannt, die Lage bessert sich. Polizist und IT-Experte Cem Karakaya lobt Kathrin Rudolph für ihren Mut, über ihre Geschichte zu sprechen – und mit dieser Erfahrung andere zu warnen.NAH, THI