Kompetente Beratung ist im Bürokratie-Dickicht oft notwendig: Digitale Hilfe gibt es etwa bei den Pflegewächtern. Auf www.pflegewaechter.de kann man sich selbst durchklicken: Wann könnte ich konkret, laut Sozialgesetzbuch, Anspruch auf einen Pflegegrad haben bzw. welchen? Welche Leistungen stehen mir zu – wie zum Beispiel Verhinderungspflegegeld oder wohnumfeldverbessernde Maßnahmen wie ein Treppenlift.
Gegründet wurden die Pflegewächter 2021, das Team des Unternehmens fand sich durch Pflegefälle in den eigenen Familien. Mitgründer Moritz Schmidt (34) aus München: „Wir haben gesehen, welche Papierberge da auf dem Küchentisch lagen. Zudem trifft einen diese komplexe Arbeit in einer Situation, in der man auch noch emotional stark eingebunden ist.“ Die Pflegeberatung werde den Kunden der Pflegewächter nicht in Rechnung gestellt – sie rechnen diese mit der Pflegekasse ab, sagt Schmidt. „Wer Leistungen nicht bewilligt bekommt, den können Anwälte einer unabhängigen Partnerkanzlei der Pflegewächter unterstützen.“ Finanziert werde das Unternehmen zudem durch Kosten, die die Kassen bei verlorenen Widerspruchsverfahren zahlen müssen.
2023 wurde der Pflegestützpunkt im Landkreis München ins Leben gerufen. Dessen Team berät Menschen mit Pflege- oder Hilfebedarf sowie deren Angehörige. „Unser Service ist kostenfrei, neutral und vertraulich“, heißt es. Betroffene werden zu Hause, im Pflegestützpunkt, telefonisch oder schriftlich beraten. Die Schwerpunkte liegen in der Ermittlung des Hilfebedarfs, bei der Beratung zu Leistungen der Pflegeversicherung, der Pflegeeinstufung, bei Widerspruchsverfahren, der Organisation pflegerischer Hilfen sowie der Einbindung sozialer Hilfsangebote. Der Pflegestützpunkt an der Hanns-Schwindt-Straße 17 ist unter Tel. 089/6221-4399 oder per E-Mail an Pflegestuetzpunkt@lra-m.bayern.de erreichbar. Finanziert wird der Stützpunkt von den Kranken- und Pflegekassen, dem Bezirk Oberbayern und dem Landkreis München.
Die Familienzentren in München beraten auch zu Themenbereichen wie Pflege, häusliche Versorgung und finanzielle Unterstützung. Im Familienzentrum Trudering (www.familienzentrum.com) gibt es z. B. auch das Projekt der haushaltsnahen Dienstleistungen: Alten, kranken und behinderten Menschen wird damit das Leben im eigenen Haushalt erleichtert.MM