Ausgespielt in Aubing

von Redaktion

Schock für die Eltern: Kita steht plötzlich ohne Erzieherinnen da

Ohne Personal kann die Kita in Aubing derzeit nicht betrieben werden. Deshalb wurde die Einrichtung vorübergehend geschlossen – für viele Familien eine erhebliche Herausforderung. © Monika Skolimowska/dpa

Am Anfang sah alles gut aus. Seit Sommer 2025 besuchte ihre Tochter die Kita Paula und Max in Aubing. „Es gab erst keine Probleme mit dem Personal, und die Erzieher hatten stets ein offenes Ohr“, berichtet ein Elternpaar. Im Dezember aber zeigten sich erste Anzeichen: Fast alle Mitarbeiter waren krank. Mitte Januar kam dann der Schock: Der Elternbeirat gab plötzlich bekannt, dass sämtliche Erzieher gekündigt haben. „Die betroffenen Familien sind nun sehr verunsichert und wissen nicht, wie es weitergehen soll.“

Es ist der Horror aller berufstätigen Eltern: Die private Kita Paula und Max an der Wiesentfelser Straße, in der rund 50 Kinder betreut wurden, musste vorübergehend schließen. Aktuell gibt es neun Paula-und-Max-Kitas in München. Sie sind Teil der internationalen Partou Gruppe, zu der allein in Deutschland 69 Einrichtungen gehören. Die Münchner Standorte werden im Rahmen der städtischen Kitaförderung bezuschusst.

Eine Sprecherin des Kita-Trägers bestätigt, dass vier pädagogische Fachkräfte sowie die Leiterin der Einrichtung an der Wiesentfelser Straße gekündigt haben. Hinzu kämen krankheitsbedingte Ausfälle. Zu den Hintergründen der Kündigungen möchte sich der Träger nicht äußern, „aus Datenschutzgründen“. Mit dem verbleibenden Team sei es aktuell leider nicht möglich, die Betreuung wie gewohnt zu gewährleisten. Deshalb musste man die Einrichtung vorübergehend schließen. Inzwischen aber könne die Betreuung in eingeschränktem Umfang wieder stattfinden. Möglich werde dies durch eine Kombination aus Zeitarbeitskräften, einer verbleibenden Kraft sowie zusätzlicher personeller Unterstützung aus einer anderen Münchner Einrichtung. Zudem fänden Bewerbungsgespräche statt. „Wir erwarten, die offenen Stellen zeitnah nachbesetzen zu können.“ Und: „Uns ist bewusst, dass die Situation für viele Familien mit erheblichen Herausforderungen verbunden ist“, sagt die Sprecherin. „Wir stehen dazu im engen Austausch mit Elternbeirat, Familien und der örtlichen Fachbehörde der Stadt München.“ Der Elternbeirat möchte sich gegenüber unserer Zeitung nicht äußern. Generell verschärfe sich die personelle Situation in Kitas. Ursachen seien Fachkräftemangel sowie Personalausfälle. „Der Bedarf an qualifiziertem Personal kann vielerorts nicht mehr gedeckt werden“, sagt die Sprecherin. Um dem entgegenzuwirken, arbeite ihr Träger an Strategien zur Personalgewinnung, Ausbildungskooperationen sowie Mitarbeiterbindung und Gesundheitsförderung. „Trotz dieser Bemühungen bleibt die Personalsituation wie in vielen sozialen Einrichtungen bundesweit angespannt.“

Eine gute Nachricht für Eltern: Eine dauerhafte Schließung der Kita an der Wiesentfelser Straße sowie Kündigungen der Betreuungsverträge könnten ausgeschlossen werden, betont die Sprecherin. Bereits ab Februar könnten Familien womöglich wieder mit einer vollumfänglichen Betreuung rechnen. Marlene Kadach

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