Münchens OB Dieter Reiter (SPD) muss nach der Kommunalwahl am 8. März zwei Wochen später voraussichtlich in die Stichwahl. Das ist für Rathaus-Kenner wenig überraschend – gleichwohl nun auch das Ergebnis einer aktuellen, repräsentativen Forsa-Umfrage im Auftrag der Münchner Grünen. Demnach käme Reiter im ersten Wahlgang auf 45 Prozent, die Herausforderer Dominik Krause (Grüne) und Clemens Baumgärtner (CSU) kämen jeweils auf 20 Prozent.
Weiter werden in der Umfrage genannt: Stefan Jagel (Linke) und Markus Walbrunn (AfD) mit jeweils fünf Prozent sowie Michael Piazolo (Freie Wähler) mit drei Prozent. Die übrigen OB-Kandidaten werden nicht einzeln ausgewiesen, vermutlich weil der Nennwert zu gering war. Forsa hatte zwischen dem 12. und 21. Januar 1000 Wahlberechtigte in München befragt, wen sie wählen würden, wenn am Sonntag Kommunalwahl wäre.
Krause sagte, die Umfrage zeige, dass das Rennen offen sei. „Die OB-Wahl wird voraussichtlich erneut in der Stichwahl entschieden. Ich freue mich über die Zustimmung.“ Das gebe ihm Rückenwind für die heiße Wahlkampfphase. „Ich werde in den kommenden Wochen gemeinsam mit unseren fantastischen Wahlkämpfern alles in die Waagschale werfen, um noch mehr Münchner zu überzeugen.“
Zur Einordnung: Bei der Kommunalwahl 2020 erreichte Reiter im ersten Wahlgang 47,9 Prozent der Stimmen und musste gegen CSU-Kandidatin Kristina Frank (21,3 Prozent) in die Stichwahl. Frank konnte sich mit 0,7 Prozentpunkten Vorsprung gegen Katrin Habenschaden (Grüne, 20,7) durchsetzen. In der Stichwahl siegte Reiter dann mit 71,7 Prozent.
Bereits vor sechs Jahren war das auch so erwartet worden. 2020 gab es insgesamt 14 OB-Kandidaten, das Erreichen von 50 Prozent im ersten Wahlgang war damals rechnerisch schon nahezu ausgeschlossen. Und: Damals spielten Linke und AfD in München noch gar keine Rolle. Thomas Lechner (Linke) erhielt bei der OB-Wahl gerade mal 1,3 Prozent, Wolfgang Wiehle (AfD) 2,8 Prozent.
2026 gibt es 13 OB-Kandidaten, Linke und AfD sind (teils auch bundespolitisch bedingt) wesentlich stärker einzuschätzen, werden wohl beide in Fraktionsstärke, also mit mindestens vier Mandaten, in den Stadtrat einziehen. SASCHA KAROWSKI