Stillstand mit Ansage

von Redaktion

Am Montag großer Warnstreik bei U-Bahn, Tram & Bus

Nichts geht mehr: Am Montag streiken die Beschäftigten im Nahverkehr. © SIGI JANTZ

U-Bahn, Tram, Busse: Vieles davon fällt am Montag aus. Die Folge: Stillstand in München. Der Grund: Die Gewerkschaft Verdi ruft Beschäftigte im Nahverkehr zu Warnstreiks auf.

Die Auswirkungen für die Fahrgäste werden spürbar sein. Wie die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) mitteilt, bleibt die U-Bahn aus Sicherheitsgründen zunächst vollständig außer Betrieb. Ob sie später überhaupt fahren kann, hängt davon ab, ob es genügend Personal im Fahrdienst und in der Leitstelle gibt. Eine Entscheidung fällt kurzfristig. Sollte U-Bahnverkehr möglich sein, liegt der Fokus auf der Linie U6.

Ob die Tram fährt, ist ebenfalls noch unklar. Falls Fahrzeuge besetzt werden können, sollen diese zunächst auf der am stärksten nachgefragten Linie 20 an der Dachauer Straße eingesetzt werden. „Wir streben einen regelmäßigen Takt an“, so die MVG. Immerhin bei den Bussen ist wohl ein stark eingeschränkter Betrieb möglich. Denn private Busunternehmen, die für die MVG fahren, werden nicht bestreikt. Die Busse werden aber unregelmäßig und nur auf einem Teil der Linien unterwegs sein.

Haris Softić von Verdi plant die Münchner Aktionen. „Wir rechnen mit einer sehr hohen Beteiligung“, sagt er. „Ich gehe davon aus, dass im Fahrdienst kaum jemand arbeitet.“ Für alle gehe es um deutlich mehr Gehalt. Verdi fordert für Beschäftigte im kommunalen Nahverkehr monatlich 668,75 Euro mehr Lohn. Zudem soll die wöchentliche Arbeitszeit von 38,5-Stunden auf 35 Stunden bei vollem Lohnausgleich reduziert werden. Hinzu kommen ein höherer Sonntagszuschlag und eine tarifliche Regelung für eine Mindestruhezeit von elf Stunden. Der Kommunale Arbeitgeberverband Bayern nennt die Forderungen „realitätsfern“. Er schlägt eine Gehaltserhöhung um mindestens fünf Prozent in zwei Schritten vor. Die Ausbildungsgehälter sollen in zwei Schritten um 150 Euro steigen.

Mit einer schnellen Einigung rechnet Haris Softić von Verdi nicht. „Ich glaube nicht, dass am Montag unser letzter Streiktag ist“, sagt er. „Auch wenn wir hoffen, dass wir sie nicht brauchen, haben wir schon Planungen für weitere Streiks.“ Eines ist ihm wichtig: „Wir bestreiken nicht die Öffentlichkeit, sondern die Arbeitgeber.“

Wichtig für alle Angestellten: Sie sind selbst dafür verantwortlich, pünktlich zur Arbeit zu kommen – auch, wenn Busse und Bahnen nicht fahren. Sonst sind Konsequenzen wie Gehaltskürzungen möglich. Infos zum Streik gibt‘s auf der Seite www.mvg.de und in der MVGO-App. Nicht gestreikt wird bei der S-Bahn, den Regionalzügen und bei den MVV-Regionalbuslinien. CLAUDIA SCHURI

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