Blumen und Kerzen erinnern an das tote Mädchen.
Die Helfer vom Rettungsdienst mussten nach dem Unfall zahlreiche Verletzte behandeln.
Der Linienbus wird nach seinem Aufprall auf eine Betonmauer geborgen. Bei dem Unfall kam ein Mädchen ums Leben, mehrere wurden verletzt. © M. Stache, T. Gaulke, S. Puchner/dpa
Die Kerzen und Blumen stehen auf einem dreieckigen Brocken Beton. Es ist ein Stück Mauer, das erst seit Samstagnachmittag im Grasstreifen neben der Feldbergstraße (Trudering-Riem) liegt. Ein tonnenschwerer Bus der MVG war in die Mauer gerast und hatte sie zerstört. Dabei geschah das Schlimmste: Ein 13-jähriges Mädchen starb durch den Aufprall.
Einen Tag später ist die Trauer groß: Passanten bleiben stehen, blicken stumm auf die Unfallstelle. Ein Transporter hält auf der Straße an. Der Fahrer lässt das Fenster hinunter. Und bekreuzigt sich.
Der Albtraum im Linienbus – er war laut Münchens OB Dieter Reiter (SPD) ein verhängnisvoller Zufall. Um 14.40 Uhr hatte der Busfahrer (38) „aufgrund eines medizinischen Notfalls“ die Kontrolle über den Bus verloren, sagte Reiter in einem Video auf seinem Instagram-Kanal. Die Folge: Der Bus fuhr laut Polizei Richtung Norden, scherte auf Höhe der Hausnummer 48 nach links aus, überquerte die Straße und einen Radweg und knallte in ein tiefliegendes Gebäude der Stadtwerke. Laut Reiter ungebremst.
Laut Polizei saß die 13-Jährige links hinterm Busfahrer. Durch die Wucht des Aufpralls sei sie zum Teil aus dem Seitenfenster gegen die Hauswand geschleudert worden. Sie erlag noch vor Ort ihren schweren Verletzungen. Der griechische Busfahrer wurde beim Unfall schwer verletzt. Er erlitt laut Polizei Schnittverletzungen und innere Verletzungen, so die Polizei. Lebensgefahr bestehe aber nicht.
Dazu wurden vier Mädchen im Alter von 7, 11, 12 und 15 verletzt – die Elfjährige brach sich laut Polizei den Arm. Eine 44-Jährige erlitt Schnittwunden.
Was genau der Fahrer am Steuer erlitt, ist nicht bekannt – die Polizei wollte den medizinischen Notfall gestern noch nicht bestätigen. „Das müssen die weiteren Ermittlungen zeigen“, sagte ein Sprecher am Sonntag. Ein Fremdverschulden für den Unfall schloss die Polizei dennoch aus. Der Sachschaden geht in die Zehntausende. Wegen des Unfalls wurde die Feldbergstraße am Samstag stundenlang gesperrt. Die Feuerwehr war mit zahlreichen Einsatzkräften am Unfallort, Hilfskräfte des Zentralen Psychologischen Dienstes der Polizei (ZPD) und des Kriseninterventionsteams (KIT) betreuten die Angehörigen sowie die Einsatzkräfte.
OB Reiter zeigte sich in seinem Video schockiert vom Unfall. „Meine Gedanken sind bei den Eltern und den Angehörigen und Freunden des jungen Mädchens“. Er wünschte den Verletzten zudem gute Besserung: „Ich hoffe sehr, dass sie alle wieder vollständig gesund werden.“
Auch der Chef der MVG, Ingo Wortmann, äußerte seine Betroffenheit: „Wir sind tief bestürzt über den tragischen Unfall. Unsere Gedanken und unser Mitgefühl gelten zuerst der Familie und Freunden des verstorbenen Mädchens und allen Verletzten.“THOMAS GAUTIER, NADJA HOFFMANN