So feiern echte Mannsbilder

von Redaktion

Beim Filserball am Nockherberg rocken Münchner Promis die Bühne

Josef Schmid als Barry Manilow bei der Filsershow.

War vor 60 Jahren Faschingsprinz: Günter Steinberg mit Frau Margot.

Christian Schottenhamel (re.) machte Markus Meindl zum Ehrenfilser. Links im Bild: CSU-OB-Kandidat Clemens Baumgärtner mit neuer Lederhose. © Frank Rollitz/ABR-Pictures (3)

Oh wow, was für ein Hüftschwung! Seppi Schmid, im wahren Leben Landtagsabgeordneter der CSU, gibt den Schmusesänger Barry Manilow, samt Federboa und Rüschenhemd, VinzenzMurr-Boss Alexander Brandl säuselt im rosafarbenen Jacket und platinblonden Locken „Cheri Cheri Lady“ und Wiesn-Wirt und Hausherr Christian Schottenhamel hüpft zu Take That im Herzerl-Anzug über die Bühne. Die Gäste am Nockherberg johlen und feiern die Männer frenetisch, die sich voller Lust und Laune zum Affen machen. Das Motto der Show: Mannsbilder – von zart bis hart.

Die Show der Mannsbilder (es sind entweder Politiker, Wirte oder Unternehmer) ist der Höhepunkt des Filserballs. Und der wiederum für viele der Höhepunkt des Münchner Faschings. Wobei: Getragen wird ausschließlich Tracht, nix Kitschiges, lieber traditionell. Denn die Filser, 49 an der Zahl, sehen sich als bayerischer Brauchtumsverein, zu dem allerdings nicht jeder Zutritt hat. Aber dafür gibt‘s ja Ehrenfilser, die sich besonders für Bayern einsetzen, und die bekommen dann auch einen Scheibling auf, den flachen Hut mit der echten Adlerflaumfeder.

Wie Monika Gruber im vergangenen Jahr (als einzige Frau!) oder heuer Markus Meindl, „der Lederhosen-Papst“, wie ihn Filser-Präsident Christian Schottenhamel tauft. Denn Meindl, der in Kirchanschöring sein Familienunternehmen in der elften Generation weiterführt, ist sowas wie der Parade-Ehrenfilser: bayerisch, erfolgreich, zupackend und nicht auf den Mund gefallen. Wie Clemens Baumgärtner, der zwar (noch) kein Filser ist, aber als OB-Kandidat der CSU nahe dran ist. Weil er im Wahlkampf weit über 20 Kilo abgenommen hat, schenkte ihm Meindl eine echte Hirschlederne, eine Lederhose „handbestickt und jetzt in deiner Größe“. Wieder zu seiner alten Form zurückgefunden hat Gastronom Peter Pongratz. Nach seiner schweren Krebserkrankung samt Nierenversagen und Koma vor sechs Jahren ist er dank seiner Frau Elen wieder fit. Sein größtes Glück: „Unsere Tochter Anja. Sie ist jetzt sechs Jahre alt und spricht schon Russisch, Deutsch und Englisch“, schwärmt er und zeigt gern ein Foto her.

Ebenfalls mit dabei: die Wiesn-Wirte Margot und Günter Steinberg, die beide den Fasching sehr lieben. „Vor genau 60 Jahren war ich der Faschingsprinz der Narrhalla“, erinnert sich Steinberg und wirbelte mit Ehefrau und Tochter Silja übers Parkett. Auch an ihrem Tisch: Antje Haberl, Wiesn-Wirtin der Ochsenbraterei und zum ersten Mal überhaupt auf dem Filserball, Comedian Harry G, der in der Operette Münchner Leben eine Sprechrolle übernimmt, Kabarettist Helmut Schleich mit Lebensgefährtin Mimi, Max und Inge Dietl, deren Sohn Max jr. zu dem Hit Wild Boys auf der Bühne tanzte. Bald wieder ganz in München: Ex-USA-Konsul Timothy Liston zieht jetzt ganz nach München. M. ZSOLNAY

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