Wer ist der Radlhasser?

von Redaktion

Bogenhausen: 20 Drahtesel fahruntüchtig

Abgestellte Radl sind nicht mehr sicher. Re.: Zerstochene Fahrradreifen am Herzogpark. © Dorit Caspary (2)

Die Anwohner der Mauerkircherstraße (Bogenhausen) trauten ihren Augen nicht, als sie ihre Fahrräder sahen: Überall die Reifen zerstochen, keines wurde verschont auf einer Strecke von rund 150 Metern. Um die 20 Radl wurden beschädigt und fahruntüchtig gemacht. Hasst hier jemand Radfahrer? Und gibt es Zusammenhänge mit anderen Fällen?

Die Tat geschah kurz vor dem Abschnitt, an dem die Mauerkircherstraße in die Max-Joseph-Brücke mündet. Eine Anwohnerin erzählt: „Ich wollte am Sonntagmittag mit dem Fahrrad ins Kino fahren, als ich sah, dass mein Reifen einen Platten hatte. Na ja, dachte ich, nehme ich halt stattdessen das Fahrrad von meinem Sohn. Doch das hatte auch einen Platten. Als ich mich weiter umsah, merkte ich, dass praktisch alle Fahrradreifen im Umkreis zerstört waren.“

Die Polizei kam am nächsten Tag, nahm die Tat auf. Wieder zwei Tage später rückten Beamte von der Spurensicherung an. „Sie schnitten Proben aus den zerstochenen Fahrradschläuchen heraus, dort, wo die Stichstellen waren, und nahmen auch Reifenmäntel mit“, erzählt die Anwohnerin. Sie vermutet: „Vielleicht will die Polizei vergleichen, ob dasselbe Tatwerkzeug schon einmal bei anderen Reifenstechereien benutzt wurde.“ Eventuell käme dann ein und derselbe Täter infrage.

Doch in den letzten Monaten gab es in München keine auffällige Häufung von zerstochenen Fahrradreifen. Die Polizei kann zu dem Fall im Moment ebenfalls nichts sagen, will auch eine Recherche nach einem Tatwerkzeug nicht bestätigen. Nur: „Der Tatzeitraum war zwischen dem 23. und 25. Januar“, sagt eine Sprecherin.

Fälle von Reifenstecherei wurden in der Vergangenheit nicht selten von psychisch labilen Tätern begangen. 2020 wurde ein Autoreifenstecher, der in der Maxvorstadt Reifen von acht Autos zerstörte, in eine psychiatrische Klinik eingewiesen. 2016 wurde in Weilheim die Unterbringung eines Autoreifenstechers erörtert, aber nicht angeordnet. Vor vier Jahren musste hingegen ein Mann aus Plaidt bei Koblenz, der 319 Autoreifen zerstochen hatte, in die Psychiatrie. DORIT CASPARY

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