Bayern-Fans am U-Bahnhof Marienplatz. © Lukas Barth
Aufatmen, zumindest ein wenig, bei zahlreichen Fans des FC Bayern, die morgen das DFB-Pokalspiel in der Allianz Arena (Anpfiff: 20.45 Uhr) besuchen wollen. Wegen des ganztägigen Warnstreiks der Gewerkschaft Verdi im öffentlichen Nahverkehr fahren morgen zwar keine U-Bahnen – für die An- und Abreise der Fans nach Fröttmaning hat die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) aber einen Sonderbetrieb zur Allianz Arena angekündigt.
Demnach wird die U-Bahn zwischen 17.30 Uhr und Betriebsschluss ausschließlich auf der Strecke Marienplatz-Fröttmaning verkehren und an den U-Bahn-Stationen dazwischen halten. Zwar könnten mit der begrenzten Anzahl an Mitarbeitern keine vollständigen Linien betrieben werden, jedoch seien Sonderfahrten in üblicher Kapazität möglich, wie die MVG mitteilt.
Die Polizei, der FC Bayern und die MVG appellieren an die Fußballfans, möglichst früh anzureisen, da das Stadion bereits um 18.30 Uhr öffnet. Dadurch sollen größere Engpässe vor Spielbeginn vermieden werden. „Trotz aller Bemühungen wird es bei der An- und Abreise zu Einschränkungen kommen“, heißt es in einer MItteilung des FC Bayern.
Eine weitere Anreise-Alternative für Fußballfans: Bereits ab 16.30 Uhr steht ein verstärkter Bustransfer von der S-Bahnhaltestelle Donnersbergerbrücke zur Verfügung. Die Busse fahren allerdings nicht direkt zum Stadion, sondern zum Kieferngarten, von wo aus die Arena aber fußläufig erreichbar ist – unsere Reporter haben das getestet und waren bei flottem Tempo 25 Minuten unterwegs (siehe Text unten).
Eine weitere Möglichkeit, zum Stadion zu kommen: Vom Parkplatz des von der Allianz Arena etwa zwei Kilometer gelegenen FC-Bayern-Campus (Ingolstädter Str. 272) werden ebenfalls zusätzliche Bus-Shuttles eingesetzt.
Die größere Herausforderung wartet allerdings nach dem Spiel – mit eventueller Verlängerung – auf die Fans: Denn erschwerend zum Streik bei der MVG kommt hinzu, dass die S-Bahn ab 22:20 Uhr aufgrund von Bauarbeiten zur Zweiten Stammstrecke nur stark eingeschränkt verkehrt. Wegen des reduzierten Angebots empfiehlt die MVG, die Heimfahrt bereits im Vorhinein minutiös zu planen. Wer kann, soll sich von einer Station zwischen Fröttmaning und Marienplatz abholen lassen. Die Shuttlebusse verkehren auch nach dem Spiel wieder – sie fahren dann vom Kieferngarten direkt zum Karlsplatz.
Hintergrund des Streiks: Die Gewerkschaft Verdi hat alle im Tarifvertrag Bayern beschäftigten MVG-Mitarbeiter zu einem 24-stündigen Warnstreik von Mittwoch, 3:30 Uhr, bis Donnerstag, 3:30 Uhr, aufgerufen. Sie fordert unter anderem eine Entgeltsteigerung von 668,75 Euro und eine Reduzierung der Wochenarbeitszeit. Die bayerischen Städte weisen das als zu teuer zurück.
Betroffen von dem Streik sind morgen sämtliche U-Bahn-Linien. Beim Bus ist etwa die Hälfte der Fahrzeuge einsatzbereit, weil die privaten Busunternehmen, die für die MVG fahren, nicht bestreikt werden. Bei der Tram hängt die Inbetriebnahme davon ab, wie viele Fahrerinnen und Fahrer sich zum Dienst melden.
Bei der An- und Abreise nach Fröttmaning und vor allem im Rest Münchens lohnt sich an diesem Tag, an dem sich immer wieder kurzfristige Änderungen ergeben können, der Blick auf die Verbindungsauskunft auf mvg.de und in der App MVGO. MARC KNIEPKAMP