Schloss Neuschwanstein hat die meisten Besucher. © IMAGO
München – Stolz stellen sich Albert Füracker und Hermann Auer neben ihre Trophäe: die Urkunde, die die Königsschlösser Neuschwanstein, Herrenchiemsee und Linderhof sowie das Königshaus am Schachen als UNESCO-Welterbe auszeichnet. „Viele dachten, sie wären es längst“, sagt Finanzminister Füracker (CSU). Allerdings bekamen sie erst 2025 diesen höchsten internationalen kulturellen Titel. „Das ist für uns ein historischer Erfolg und zugleich ein klarer Auftrag“, so Auer.
An diesen Höhepunkt erinnerten Füracker und Auer, Präsident der Bayerischen Verwaltung der staatlichen Schlösser, Gärten und Seen, jetzt bei einer Pressekonferenz im Vierschimmelsaal der Residenz. Dabei wurden die Bilanzen für 2025 sowie ein Ausblick auf die Planungen aller Sehenswürdigkeiten der Schlösserverwaltung für 2026 präsentiert.
Das Jahr 2025 war „ein Jahr der Superlative“, berichtete Füracker. Mit insgesamt über 5,1 Millionen Besuchern wurde die dritthöchste Zahl der letzten 20 Jahre erreicht. Besonders bemerkenswert seien erneute Rekorde in der Walhalla in Donaustauf und in der Residenz in München. „Spitzenreiter bleibt Schloss Neuschwanstein mit 1,1 Millionen Besuchern.“ Allerdings habe man dort die Zahlen durch kleinere Gruppengrößen bewusst reduziert, um Überlastungen vorzubeugen. Die restaurierte Venusgrotte im Schlosspark Linderhof konnte im April wiedereröffnet werden. Seitdem hätten sie bereits über 170 000 Besucher besichtigt. Rekordverdächtig waren vergangenes Jahr auch die Einnahmen von 91,3 Millionen Euro – das höchste Ergebnis in der Geschichte der Schlösserverwaltung. „Die positiven Besuchszahlen und die damit einhergehenden sehr guten Einnahmen im Jahr 2025 sind Ausdruck der hohen Attraktivität aller unserer 45 Schlösser, Residenzen und Burgen“, resümierte Auer.
Die Bauausgaben betrugen rund 58 Millionen Euro. Zum Beispiel wurde das Südliche Appartement von Schloss Nymphenburg nach der Restaurierung wiedereröffnet. Insgesamt investierte der Freistaat hier 1,5 Millionen Euro. Im März startete die Sanierung der Feldherrnhalle, die insgesamt gut 12,15 Millionen Euro verschlingt. Das Budget für Baumaßnahmen in 2026 beläuft sich auf circa 54 Millionen Euro. Die größte laufende Baustelle ist die Generalsanierung der Festung Marienberg in Würzburg für insgesamt 300 Millionen Euro. Auch die Restaurierung des Maurischen Kiosks in Linderhof für 16,6 Millionen Euro geht weiter. Zu den kulturellen Highlights zählen heuer etwa Veranstaltungen rund um den 300. Todestag von Kurfürst Max Emanuel. M. KADACH