Rund um den Bayerischen Hof am Promenadeplatz wird der restriktive innere Sperrbereich eingerichtet. © Sven Hoppe/dpa
Damit die 62. Münchner Sicherheitskonferenz (Siko) an diesem Wochenende stattfinden kann, rüstet München wieder kräftig auf. Die Straßen rund um den Bayerischen Hof am Promenadeplatz werden zum Hochsicherheitsbereich, über dem halben Stadtgebiet gilt eine Flugverbotszone – auch für Drohnen. Und 5000 Polizisten werden dafür sorgen, dass möglichst nichts passiert. „Eine 100-prozentige Sicherheit kann es nicht geben“, erklärt Einsatzleiter Christian Huber. Der Vizepräsident des Präsidiums betont aber auch, dass die Polizei alles dafür tun werde, die Siko-Gäste, aber auch die Bürger gut zu schützen. „Wir sind für sie da“, versprach Huber.
Er setzt auf die typische Münchner Gelassenheit, um auch dieses Siko-Wochenende gut zu überstehen. Die ersten der 40 hochrangigen Staats- und Regierungschefs, Diplomaten und Militärs werden schon heute in der Stadt erwartet. Um die Gäste gut von A nach B zu bringen, werden für die Kolonnenfahrten Verkehrssperrungen notwendig sein. Das Areal rund um den Bayerischen Hof wird ohnehin komplett abgesperrt. Deshalb rät Huber, in den nächsten Tagen nicht mit dem Auto in die Stadt zu fahren. Wer zum Veranstaltungsort will, braucht eine Akkreditierung. Anwohner, Arbeitnehmer, Kunden und Gäste dürfen mit berechtigtem Interesse in den erweiterten Sicherheitsbereich, in dem auch das Rosewood-Hotel liegt. „Bringen Sie bitte Ihren Ausweis mit“, appelliert Huber an die Betroffenen. Wie immer gelten rund um den Siko-Veranstaltungsort temporäre Parkverbote. Wer sich nicht daran hält, wird abgeschleppt. Für Fragen zum Siko-Wochenende gibt es das Bürgertelefon der Polizei unter 089/2910-1910.
Die Beamten in München erhalten Unterstützung von Kollegen aus allen Bundesländern. Die Unterbringung und Versorgung der 5000 Polizisten sei jedes Jahr aufs Neue eine Riesen-Herausforderung. Problem heuer: Die Siko fällt genau auf den Faschingsendspurt mit Großveranstaltungen in vielen Teilen der Republik. Um auf genügend Einsatzkräfte zu kommen, erhält das Präsidium erstmals Hilfe aus Österreich, der Schweiz, den Niederlanden und Frankreich. Wie viele Beamte genau kommen, behält Huber aus taktischen Gründen für sich und nennt nur eine „niedrige, dreistellige Zahl“. Klar ist aber: Die Polizisten, die in ihren eigenen Uniformen und Streifenwagen unterwegs sind, werden der Münchner Polizei unterstellt und haben alle Befugnisse. „Internationale Veranstaltung, internationaler Polizeieinsatz“, sagt Huber.
Bislang wurden 21 Demonstrationen beim Kreisverwaltungsreferat für die Siko angemeldet. Diese Zahl dürfte noch nach oben gehen: Im vergangenen Jahr gab es letztlich 43 Protestaktionen. Hauptveranstaltungstag ist auch heuer der Samstag. Allein auf der Theresienwiese werden 100 000 Menschen erwartet, die gegen das Mullah-Regime im Iran demonstrieren.NADJA HOFFMANN