Weitere MVG-Streiks drohen

von Redaktion

Keine Einigung für den Nahverkehr: „Stillstand“ bei U-Bahn, Tram & Bus

Zunächst haben wohl viele Münchner aufgeatmet: Der Streik im öffentlichen Dienst hat ein Ende. Nach zähen Verhandlungsrunden und einigen Streiks ist es also an dieser Stelle geschafft – zumindest unter anderem für Universitätskliniken und Hochschulen. Bus-, Tram- und U-Bahnfahrer gehen unter anderem im Freistaat jedoch leer aus. Denn auch die zweite Runde der Tarifverhandlungen für den bayerischen Nahverkehr am Freitag blieb ohne Ergebnis. Verdi sieht weiterhin keine Fortschritte bei den Verhandlungen, spricht von „Stillstand“. Die Gewerkschaft kündigte an, den Druck auf die Arbeitgeber erhöhen zu wollen.

„Es wird zu weiteren Warnstreiks kommen, wann, steht noch nicht fest“, sagt Claudia Weber, Geschäftsführerin bei Verdi München, auf Nachfrage. Der nächste Verhandlungstermin ist jedenfalls für den 9. März geplant. Gestreikt werden soll dann auch in Gebieten außerhalb der Ballungsräume, also in ländlichen Gebieten. Für Pendler stehen also wieder nervenaufreibende Tage an.

Seit Anfang Februar hatte Verdi bereits in mehreren Städten zu Warnstreiks im öffentlichen Nahverkehr aufgerufen. Die Auswirkungen waren massiv. So fuhren in München etwa keine U-Bahnen. Auf vielen Straßen in der Landeshauptstadt staute es sich, auch in Seitenstraßen. Auf den Radwegen ging es ebenso zu. Die Stadt war teilweise lahmgelegt.

Wie berichtet fordert Verdi für Beschäftigte im kommunalen Nahverkehr monatlich knapp 670 Euro mehr Lohn. Zudem soll die wöchentliche Arbeitszeit von 38,5-Stunden auf 35 Stunden bei vollem Lohnausgleich reduziert werden. Hinzu kommen ein höherer Sonntagszuschlag und eine tarifliche Regelung für eine Mindest-Ruhezeit von elf Stunden.

Laut dem Kommunalen Arbeitgeberverband Bayern (KAV) beharrt Verdi damit jedoch auf „nicht erfüllbaren Forderungen“. „In der aktuellen finanziellen Lage der Kommunen führen derartige Steigerungen der Personalkosten zu höheren Fahrpreisen und einer Reduzierung des Verkehrsangebots“, teilt der KAV mit. Solche Abschlüsse würden zu Stellenabbau führen, heißt es außerdem Die Arbeitgeber bieten Entgeltsteigerungen von insgesamt fünf Prozent in zwei Schritten bei einem Mindestbetrag von 110 Euro.

Der KAV betonte, dass er weiter mit Verdi an einer Lösung arbeiten wolle. In Bayern wird für knapp 10 000 Beschäftigte in den 20 Kommunen verhandelt, die ihren Nahverkehr noch selbst betreiben. Auch die Stadt München gehört dazu.FWE

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