Kehraus bei den Schäfflern

von Redaktion

Heute letzter Auftritt – dann ist wieder sieben Jahre Pause

Christoph Saur ist mit der Saison zufrieden. © A. Schmidt

Einer von zwei Kasperln: Michael Zehetbauer verteilt Tupfer auf den Nasen. © Lennart Preiss/dpa

Erfahrungsgemäß fließen auch Tränen: Die Schäffler (hier ein Auftritt auf dem Marienplatz) nehmen heute Abschied und tanzen noch einmal bei der Kirche St. Michael in der Fußgängerzone. © ALEXANDRA BEIER/dpa

Letzter Tag, letzter Auftritt um 21 Uhr in der Fußgängerzone bei St. Michael – und dann heißt es für unsere Fasslmacher: Aus is! Sieben Jahre müssen wir warten, bis die Schäffler wieder durch die Stadt tanzen. Und wie war die Saison? Vorstandsmitglied Christoph Saur resümiert: „Gigantisch!“

Es gab nur drei greislige Tage, wo es gscheid matschig war. Ansonsten oft kalt, aber ohne viel Schnee – ideal also fürs Tanzen, Drehen und Springen. „Wir hatten keinen Ausfall, niemand ist krank geworden“, freut sich Saur. Überhaupt sei das bei 440 Auftritten eine sehr harmonische Truppe gewesen. Drei, vier von den Älteren sind immer wieder mal eingesprungen, aber man habe niemanden der Jüngeren dauerhaft ersetzen müssen.

Apropos Jüngere: Es gab schon einige Mails mit Bewerbungen für 2033. „Jetzt müssen wir uns die Leute erst einmal anschauen.“ Zum Beispiel, wie alt sie sind, ob die Kondition passt und ob sie genug Zeit mitbringen können für den 24/7-Job in sieben Jahren – von Heiligdreikönig bis Faschingsdienstag. Das geht nur mit „Spaß an der Freude“.

Zurück in die Gegenwart. Der letzte Auftritt heute um 21 Uhr bei der Michaelskirche in der Neuhauser Straße wird für Saur und seine Schäffler der Höhepunkt. „Eine große Verabschiedung – und erfahrungsgemäß fließen bei den Tänzern viele Tränen. Es war halt eine sehr intensive Zeit, die abrupt zu Ende geht.“ Was mit den beiden Kasperln geschieht? „Früher wurden sie erschossen, aber das ist nicht mehr ganz zeitgemäß“, sagt Saur. Da werde noch ein bisserl geknobelt, fügt der Schäffler an und grinst: „Vielleicht packen wir sie in Kisten und konservieren sie für die nächsten sieben Jahre.“

Heute gegen kurz nach halb zehn wissen wir mehr. Fest steht: Am Schluss zerbricht der Reifenschwinger seinen Tanzreifen und sagt: „Der Reifen hat gekracht, der Tanz ist vollbracht.“ MATTHIAS BIEBER

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