Ein historischer Blick in den Festsaal des Löwenbräukellers. Das Foto stammt aus dem Jahr 1900. © Löwenbräukeller
Der Löwenbräukeller am Stiglmaierplatz
Pure Gaudi-Stimmung im Festsaal. © Sigi Jantz
Ein Prosit auf das Starkbierfest: Wirt Mathias Reinbold und Event-Leiterin Hanni Ben Aoun freuen sich auf den Anstich am Freitag. © Marcus Schlaf (2)
Auf geht‘s! Es ist Zeit, die Dirndl und Lederhosen aus dem Schrank zu holen. Denn am Freitag geht‘s los mit dem Starkbierfest im Löwenbräukeller. Starkbier gehört traditionell zur Münchner Fastenzeit – Mönche hatten es schon im 17. Jahrhundert gebraut, um bei Kräften zu bleiben. Die Zeiten haben sich seitdem natürlich geändert, aber das Bier ist geblieben. Und die zugehörigen Starkbierfeste sind bayerisches Brauchtum zum Selber erleben. So auch im Löwenbräukeller. Alte Fotos zeigen schon um das Jahr 1900 lange Tischreihen, die vielen feierfreudigen Gästen Platz boten.
Mathias Reinbold bewirtet den Löwenbräukeller seit 2018. Immer noch mit großem Saal und viel Traditionsbewusstsein, gleichzeitig mit viel Luft und frischen Ideen. An seiner Seite ist Veranstaltungsleiterin Hanni Ben Aoun – auch im Schützen-Festzelt, das die Familie Reinbold auf der Wiesn führt.
Die 47-Jährige hat während der Starkbierfeste schon einiges erlebt. „Eigentlich spricht man da nicht drüber“, lacht sie. Eine Geschichte ist ihr aber doch im Gedächtnis geblieben. Vor ein paar Jahren, das Fest war in vollem Gange, die Stimmung gut, sei ein älterer Herr auf die Toilette gegangen. Als er zurückkam, steuerte er auf die Bühne zu. Die irritierten Musiker hörten auf zu spielen – und der Mann fragte lautstark ins Mikro, ob er denn auf dem Nockherberg sei? Er kenne sich nimmer aus… Kein Wunder, schlägt das gehaltvolle Bier doch mit 7,6 Prozent zu Buche. Zum Vergleich: Das normale Löwenbräu hat 5,2 Prozent.
Auch einen Anstichtag vor einigen Jahren wird die Event-Chefin so schnell nicht vergessen. Wie immer machte sie morgens ihre Kontrollrunde, doch als es an die Zapfanlage ging, wurde ihr angst und bange. Das Bier kam irgendwie komisch raus, schmeckte nicht richtig – es fehlte die Kohlensäure. Dabei war der Anstich keine zwölf Stunden entfernt. „Da hab ich schon sehr geschwitzt“, erzählt die Bankettchefin und lacht. Knapp 2000 Gäste und kein Bier, das wäre ein Albtraum. So kam es zum Glück nicht, die eilig gerufenen Handwerker konnten die Leitung noch rechtzeitig reparieren. „Seitdem kontrolliere ich die Zapfanlage immer vor dem Anstichtag“, sagt Hanni Ben Aoun.
Für das diesjährige Fest ist der Aufbau in vollem Gange. Über 1700 Gäste finden in dem prächtigen Saal Platz. Für musikalische Stimmung sorgen die Wadlbeisser. Auf der Karte hat Reinbold unter anderem den Löwenbräu Triumphator (Mass für 14,80 Euro), Obazden (13,90 Euro) und Wurstsalat (12,90 Euro), ein halbes Hendl mit Kartoffelsalat (20,50 Euro) und Kaiserschmarrn (15,50 Euro). Natürlich gibt‘s auch alkoholfreie Getränke, zum Beispiel Wasser (0,5 Liter, 5 Euro), Cola, Apfelschorle und Limo (0,5 Liter für 6,50 Euro).
Das Starkbierfest im Löwenbräukeller läuft von 20. Februar bis 21. März, jeweils Donnerstag bis Samstag von 18 bis 23 Uhr. Wer mitfeiern will, kann unter loewenbraeukeller.com einen Tisch für bis zu zehn Personen reservieren. Hier ist immer die Abnahme von Menüs Pflicht, die günstige Variante mit Brotzeitbrettl kostet 8,50 Euro pro Person (Bier nicht inklusive). Es gibt auch Karten an der Abendkasse (ohne Tischreservierung) für fünf Euro. Dafür am besten früh kommen!
Wirt Mathias Reinbold freut sich auf ein geselliges Fest: „Wir wollen, dass sich die Menschen bei uns so fühlen, wie sie es aus dem Schützen-Festzelt kennen – aber mit dem besonderen Charakter der Starkbierzeit.“ LEA SCHÜTZ