Mordversuch kurz vor dem Scheidungstermin

von Redaktion

Mann sticht in Gegenwart des gemeinsamen Sohns mehr als 20 Mal auf seine Ehefrau ein – Lebenslange Haft

Wegen eines Mordversuchs mit mehr als 20 Messerstichen an seiner getrennt lebenden Frau ist ein Mann in München zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Das Landgericht München I hielt es für erwiesen, dass der 34-Jährige im April 2025 in der Nähe eines Spielplatzes in München am helllichten Tag vor den Augen des gemeinsamen Sohnes auf die Frau eingestochen hatte. Nach Angaben des Gerichts überlebte die Frau nur dank einer fast achtstündigen Notoperation trotz lebensbedrohlicher Verletzungen an mehreren Organen.

Nach Ansicht von Richterin Elisabeth Ehrl gab es keinen Grund, eine mildere Strafe zu verhängen. Zwar hatte der 34-Jährige den Angriff im Wesentlichen eingeräumt. Ehrl hielt aber seine Aussage für beschönigend. So sei es abwegig, dass er sich das Messer nur als Drohmittel zugelegt habe. Vielmehr ging das Gericht von einem heimtückischen Mordversuch aus niedrigen Beweggründen aus. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Verteidigung und Staatsanwaltschaft können Revision beim Bundesgerichtshof einlegen.

Als Motiv führte das Gericht an, der Kosovare sei nicht bereit gewesen, den Trennungswunsch seiner Frau zu akzeptieren. Zudem habe es ihn geärgert, dass seine Frau, ebenfalls Kosovarin, wiederholte häusliche Gewalt gegen sie, auch während Schwangerschaften, konsequent zur Anzeige gebracht habe. Auch dass die gemeinsame Wohnung und die Zuständigkeit für die Kinder bei einer Scheidung an seine Frau gegangen wären, zählte das Gericht zum Motiv für den Angriff – zwei Tage vor dem geplanten Scheidungstermin.

Erschwerend bei der Urteilsfindung kam hinzu, dass der Mann vor den Augen des gemeinsamen Sohnes zugestochen habe. Richterin Ehrl rief den Angeklagten dazu auf, seine Zeit im Gefängnis zu nutzen, um darüber nachzudenken, was er mit seiner Tat angerichtet habe.

In der Verhandlung hatte der Angeklagte geschildert, dass sich ihm der Moment eingebrannt habe, als er gemerkt habe, dass sein Sohn neben ihm gestanden und gefragt habe: „Papa, was hast du getan?“ Das nehme ihn sehr mit.DPA

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