Die Lieblingsorte der München-Profis

von Redaktion

Zum Ehrentag der Gästeführer: Fünf echte Stadtkenner verraten ihre Geheimtipps

Wolfgang Brehm vor dem Infopoint im Alten Hof.

Valérie Kieffer in der Theatinerkirche.

Stephanie Zimmermann im Kabinettsgarten.

Alexander Kardaschenko am Kriechbaumhof.

Der Justizpalast gefällt Alejandra Gonsebatt-Luber. Die 66-Jährige aus Buenos Aires lebt seit 2001 in München. © Jantz, Schlaf (3), Dreßler

Sie kennen die schönsten und geheimsten Ecken unserer Stadt: die Münchner Gästeführer. Am heutigen Samstag wird der Weltgästeführertag gefeiert, und zu diesem Anlass verraten hier fünf München-Profis ihre Lieblingsorte, die man ansonsten oft übersieht.

Alejandra Gonsebatt-Luber kommt aus Buenos Aires und lebt seit 2001 in München. Hier arbeitet die 66-Jährige als Tourguide auf Spanisch. Besonders beeindruckt sie der Justizpalast mit seiner 67 Meter hohen Stahl-Glas-Kuppel und seinen starken italienischen Einflüssen. Der Justizpalast wurde 1897 nach Plänen von Friedrich von Thiersch im Neobarock fertiggestellt. 1943 fanden hier die Prozesse gegen die Mitglieder der Weißen Rose statt. Eine Dauerausstellung erinnert an die studentische NS-Widerstands-Gruppe.

Valérie Kieffer hat Tourismus in Paris studiert und in London und Madrid gearbeitet. Ihr Lieblingsort ist die Theatinerkirche am Odeonsplatz. „Sie ist immer ruhig und leer“, berichtet Kieffer (59). Sie mag die Geschichte, die hinter dieser Kirche steckt: Die bayerische Kurfürstin Henriette Adelheid von Savoyen hatte im 17. Jahrhundert versprochen, als Dank für einen männlichen Erben die „schönste und wertvollste Kirche“ zu errichten. Dieses Gelübde erfüllte sie nach der Geburt ihres Sohnes Max Emanuel. Henriette Adelheid war italienisch-französischer Herkunft – Kieffer mag die Kirche auch, weil sie selbst Französin ist.

Alexander Kardaschenko zeigt seit fast zehn Jahren mit Begeisterung „sein München“ – auch abseits der Altstadt, etwa in Haidhausen. Die Ecke um den Kriechbaumhof, Treffpunkt der Münchner Alpenvereinsjugend, ist für den 59-Jährigen „alles, was Haidhausen ausmacht“. Rund um den Hof werden die Siedlungsgeschichte und das Haidhausen einst prägende Herbergswesen genauso sichtbar wie aktuelle Entwicklungen. „Es ist ein Ort, den man in München nicht erwarten würde“, findet Alexander Kardaschenko.

Wolfgang Brehm führt seit 2006 zu Fuß, mit dem Bus, mit Segways oder bei virtuellen 360°-Touren durch München. Wenn er gerade nicht auf den Straßen unterwegs ist, findet man ihn am Infopoint im Alten Hof. Für den 60-Jährigen ist dort ein „warmer, interessanter Ort zum Pausemachen“. Dort nutzt er gern die kleine Bibliothek mit wichtigen Werken des Landesdenkmalamts. Zudem gibt es eine kostenlose Ausstellung zur Geschichte der Münchner Kaiserburg und kostenfreie Kulturführer.

Stephanie Zimmermann zieht es im Sommer oft in den Kabinettsgarten der Residenz. Abseits des Trubels gönnt sie sich und ihren Gästen dort eine kurze Verschnaufpause. Bäume spenden Schatten, Wasserbecken sorgen für Kühle. Mit Schulklassen kommt sie ebenfalls gern hierher: „Da können sie einfach ihre Brotzeitdose auspacken“, sagt die 48-Jährige.

Die Gästeführertag-Touren sind fast ausgebucht, zum Stadtgeburtstag (13./14. Juni) gibt‘s wieder kostenlose Führungen. Infos per E-Mail an r.bartholomae@mgv-muenchen.de.NINA DRESSLER

Artikel 8 von 11