Wahlkampf mal anders

von Redaktion

Mit Humor oder beim Wohnzimmer-Treff: Wie Münchner Politiker um Stimmen werben

Zahnpasta von OB-Kandidat Clemens Baumgärtner.

Von Dominik Krause gibt es witzige Gimmicks.

Manuel Pretzl (CSU) prangt auf Spielkarten.

Wahlkampf, Julia Schönfeld-Knor SPD lädt Wähler in ihr Wohnzimmer ein, mit Verena Dietl, SPD13.02.2026Foto:Astrid Schmidhuber © Astrid Schmidhuber/Astrid Schmidhuber

Bei Wind und Wetter Flyer verteilen, an Infoständen Debatten über Gehwegparker führen oder das Gespräch an der Haustür suchen – Wahlkampf ist hart. Schließlich steckt das Wort „Kampf“ drin. Um Wähler auf sich aufmerksam zu machen, haben sich vereinzelt Politiker aber auch mal etwas Besonderes einfallen lassen. Besondere Gimmicks, besondere Aktionen – Wahlkampf, aber humorvoll.

CSU-OB-Kandidat Clemens Baumgärtner etwa. Der hat nicht nur eine schicke Brille, sondern neuerdings auch eine Zahnpasta mit seinem Logo. „Für Politik, die auf die Tube drückt“, lautet da das Motto. Diese Pasta-Politik kommt offenbar gut an. Dem Vernehmen nach auch die personalisierten Handwärmer. Und ganz neu ist der Podcast „Münchens Macher“ mit Baumgärtner als Gastgeber, für den in der CSU-Bezirksgeschäftsstelle ein Podcast-Studio eingerichtet wurde.

Ebenfalls lustig: CSU-Fraktionschef Manuel Pretzl prangt nun auf Spielkarten. „Die Idee kam mir im Wirtshaus beim Schafkopfen“, sagt er. „Ich find’s super, wenn die Wahlkampf-Geschenke den Leuten auch ein bissl gute Laune bringen.“ Und die CSU-Stadtratskandidaten Leo Agerer und Antonia Waldner zogen im Fasching mit einem Bauchladen los und verteilten Erdbeer-Limes. Wähler betrunken machen? Vielleicht funktioniert‘s.

Weniger ist mehr findet indes Grünen-OB-Kandidat Dominik Krause. Vom Bürgermeister gibt es im Wahlkampf nicht nur die Krause-Brause, sondern auch einen Bierdeckel mit dem Wort: Bierpreis-Bremser. „Die Krause-Brause ist unser Zaubertrank gegen Stillstand“, sagt ein Sprecher. „Und wurde im Fasching mitten unter die Leute gebracht, dort, wo München feiert, lacht und zusammenkommt. Ein Symbol für frischen Schwung im Rathaus.“ Der Bierpreisbremsen-Deckel spiele humorvoll mit dem Lebensgefühl dieser Stadt: München soll lebenswert und bezahlbar bleiben.

Auch SPD-Stadträtin Julia Schönfeld-Knor hatte zusammen mit Bürgermeisterin Verena Dietl eine Idee, während des Wahlkampfs mit Menschen ins Gespräch zu kommen: Schönfeld-Knor hat kurzerhand Wähler zu sich nach Hause eingeladen: Wahlkampf im Wohnzimmer. Ziel war es, in ungezwungener Atmosphäre mit den Bürgern ihre Anliegen, Visionen und Sorgen zu diskutieren. Bei Snacks und Getränken ging es dann um die hohen Mietpreise, das künftige Stadtbild, Sportangebote und konsumfreie Räume. „Die beiden Politikerinnen so hautnah zu erleben, war toll”, berichtet eine Teilnehmerin danach. „Dass sich jemand so viel Zeit nimmt und ein offenes Ohr hat, hat mich positiv überrascht.” Übrigens: Das ungewöhnliche Format wird in den kommenden Wochen noch einmal wiederholt. SKA

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