Pumuckl und die Bagger

von Redaktion

Abriss im Lehel: Hier war einst Meister Eders Werkstatt

Der berühmte Kobold Pumuckl. © Constantin Film

Die Werkstatt aus der Pumuckl-Serie.

Bagger haben in den vergangenen Tagen die Brücke an der Sternstraße abgerissen. © Schlaf

Vielleicht wäre der kleine Pumuckl selbst gern im Bagger gesessen – und hätte seine Freude dran gehabt, wie‘s kracht und staubt. Denn in den vergangenen Tagen wurde die Brücke über die Sternstraße im Lehel abgerissen. Ein Teil von jenem Gebäude, in dessen Hinterhof einst der Kobold in der alten Werkstatt vom Meister Eder seinen Schabernack trieb. Doch Pumuckl-Nostalgiker müssen nicht trauern: Diese Werkstatt ist ohnehin seit Jahrzehnten Geschichte.

Fleißig wühlten sich die Bagger am Wochenende durch die 15 Meter lange und rund acht Meter breite Gebäudebrücke, knapsten mit ihren Kneifzangen den Beton ab. Bis das ganze Gebäude nur noch als Schutt auf der Straße liegt, die zuvor extra mit einem Schutzflies und einem eigenen Fallbett abgedeckt worden ist. 1972 und dann 1985 hatte die Versicherungskammer Bayern (VKB) an der Ecke Maximilian-/Sternstraße gebaut, um Platz zu schaffen für die hauseigene Druckerei und ihr Rechenzentrum. Dabei musste auch die Film-Werkstatt weichen. Um die Neubauten mit dem vorhandenen VKB-Gebäude auf der anderen Seite der Sternstraße zu verbinden, wurde damals die mehrstöckige Gebäudebrücke errichtet.

Das Anwesen an der Sternstraße 3 ist noch ein älteres Stück Münchner Geschichte: Es wurde 1877 als erstes Amtsgebäude der Königlichen Brandversicherungskammer fertiggestellt. König Max I. hatte damals die Idee, eine Versicherung „zum Schutz und Wohle des bayerischen Volks“ zu gründen. Denn die meist hölzernen Gebäude in München waren seinerzeit großen Brandgefahren ausgeliefert. Damit die denkmalgeschützte Fassade beim Abbruch nicht beschädigt wird, wurde jetzt extra eine überdimensionale Schutzmatte an einen Autokran gehängt.

Der historische Teil des Gebäudes wird bereits saniert, die Fertigstellung ist für Ende 2027 geplant. Dann soll hier der Bayerische Landtag einziehen. Rückbau und Abbruch der jüngeren Gebäude an der Maximilianstraße sollen im Laufe des Jahres starten. Wie bei der Brücke sind die Vorplanungen aufwändig. Unter anderem, weil sich genau darunter die U-Bahnröhre befindet, die nicht beeinträchtigt werden darf, erklärt Daniel Preuße, Geschäftsführer der Immobilientochter des Versicherers. Bis Ende 2029 will man mit dem Neubau, der auch ein Café beherbergen soll, fertig werden.

Den braucht die Versicherungskammer nicht mehr, zudem gibt es neue Anforderungen an Arbeitsplätze und Mobilarbeit. Die Versicherungskammer zieht ihre Abteilungen nun am zentralen Campus in Giesing zusammen.

Und der Pumuckl? Der ist für die neuen Folgen mit dem neuen Meister Eder (Florian Brückner) ohnehin in eine detailgetreu nachgebaute Werkstatt in einer Industriehalle am Stadtrand umgezogen. ICK/AST

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