Kampf gegen die Krähen

von Redaktion

Berg am Laim: Anwohner klagen über Krach und Kot

Die Vögel tragen auch Essensreste in den Garten der angrenzenden Kita St. Michael.

Suchen Lösungen für die Krähenplage (v. r.): Fabian Ewald und Stefan Hofmeir vom Bezirksausschuss, Kita-Leiterin Karin Maguli sowie die Kita-Eltern Stephanie Hahn und Daniela Nuber. © Marcus Schlaf (2)

Krächzend lauern sie in Baumkronen. „Es werden immer mehr Vögel“, sagt Karin Maguli und zieht den Kopf ein, als ein Schwarm Krähen zu einer Futterstelle im Behrpark flattert. „Das ist schon gruselig.“ Schlimmer noch: Die Vögel stibitzen Essensverpackungen und Wurst aus Mülleimern und fliegen damit in den Garten der angrenzenden Kindertagesstätte St. Michael, die Maguli leitet. Kürzlich habe die Stadt Kitas dazu aufgefordert, Müll in ihren Außenanlagen zu beseitigen, um nicht auch noch Füchse anzulocken. „Aber allein können wir das Problem nicht lösen“, erklärt Maguli.

Krähen und Tauben machen vielen Anwohnern und Geschäften in Berg am Laim seit einiger Zeit zu schaffen. Wie berichtet, fühlen sie sich durch Dreck, Kot und eine wachsende Population gestört. Und auch von Leuten, die die Tiere füttern. Obwohl für Tauben im Stadtgebiet Fütterungsverbot besteht. Deshalb haben sich nun Mitglieder aus dem Bezirksausschuss (BA) die Situation im Behrpark und am Grünen Markt angeschaut, wo es besonders brennt. Jetzt soll eine Lösung her.

Fabian Ewald (CSU), Stadtrat und Vize-Vorsitzender im BA, kennt das Problem. „Wir hatten bereits krähensichere Mülleimer mit kleineren Öffnungen erreicht, die öfter geleert werden“, sagt er nach dem Treffen. Ein Falkner, der die Population eindämmen könnte, kommt laut Ewald hier nicht infrage. Teilweise wurden Bußgelder verhängt. Das Problem: Die Leute, die illegal Futter ausstreuen, kämen meist vor den Kontrolleuren, die um 6 Uhr anfangen. „Wir wollen nun die Polizei um frühere Kontrollen bitten.“ Geplant ist zudem ein Schild am Parkeingang, das auf das Fütterungsverbot hinweist. Ferner wolle man mit einer stadtweiten Kampagne auf das Thema aufmerksam machen. Denn Krähen und Tauben haben auch andere Viertel erobert.

Am meisten aber versprechen sich die Berg am Laimer von einem Taubenhaus. Denn das Füttern stärker zu unterbinden, würde das Problem allein nicht lösen, warnt Kathrin Eva Schmid (CSU), Tierschutzbeauftragte im BA. Stadttauben seien verwilderte Haustiere, die sich selbstständig nicht artgerecht versorgen können. „Wird das Futter knapp, weichen sie auf ungeeignete Nahrungsquellen wie Essensreste, Müll oder Erbrochenes aus.“ Das mache Vögel krank und verschärfe hygienische Probleme.

Die einzige in vielen Städten erfolgreiche Lösung seien betreute Taubenschläge. „Dort werden Tiere artgerecht versorgt, ihre Eier werden gegen Gips-Eier ausgetauscht und so die Population tierschutzgerecht reguliert.“ Gleichzeitig konzentrierten sich die Vögel auf den Schlag, was Verschmutzungen im öffentlichen Raum reduziert. „Erfahrungsgemäß endet dann auch die illegale Fütterung.“ Zusätzlich gebe es weniger Krähen und Ratten, da Futterreste wegfallen. Schmid bemüht sich, ein Dach für ein Taubenhaus zu finden. „Leider scheiterte das bislang an fehlender Bereitschaft der Eigentümer.“

Der Bezirksausschuss habe ein Angebot für einen gebrauchten Taubenschlag vorliegen und wäre bereit, diesen auch zu finanzieren. Kita-Chefin Maguli ist zufrieden. „Es ist ein weiterer Schritt.“ Ihre Kita will ein Banner für den eigenen Zaun basteln, um Bürger zu sensibilisieren. „Und die Kinder sollen gleich den richtigen Umgang mit Tieren lernen.“ MARLENE KADACH

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