Zeuge bei Terror-Prozess: „Ich sah unendliches Leid“
Das Blut an seiner Hand bemerkte er erst später – zu sehr war Markus S. (47) konzentriert, seinem Kollegen zu helfen. „Wir sind am Ende der Verdi-Demo gelaufen, um den Geleitschutz der Polizei zu dokumentieren“, sagt der Ingenieur bei den Stadtwerken vor Gericht. Mitten im Gespräch raste vor einem Jahr Attentäter Farhad N. von hinten im Mini Cooper an – sein Auto riss den Kollegen 20 Meter mit und brach ihm die Beine. „Ich habe mich noch geärgert, weil er mitten im Satz nichts mehr sagte“ – dann realisierte S. den Anschlag. „Ich sah unsägliches Leid an diesem 13. Februar“, schildert Markus S. während der gestrigen Verhandlung. Seinen bewusstlosen Kollegen nahm der Zeuge auf den Schoß. „Ich wusste nicht, ob er noch am Leben ist.“ Zum Glück ja – aber mit schwersten Verletzungen. „Die Bilder haben sich mir eingebrannt“, sagt S. Er selbst musste an der Hand operiert werden, der Spiegel des Mini hatte ihn erwischt. „Nächste Woche gehe ich mit den Kollegen essen. Wir feiern unseren zweiten Geburtstag.“THI