Geheime Augustiner-Schätze

von Redaktion

Die Immobilien der Bier-Giganten

Der Biergarten Zum Gustl gehört zum Imperium. © Hartmann

Brauereierbin Edith Haberland-Wagner zusammen mit Ferdinand Schmid.

Hier wird noch immer gebraut: das Augustiner-Gelände in der Landsberger Straße. © Astrid Schmidhuber, Haag

Augustiner gilt als schweigsam. Die älteste Brauerei Münchens, Geburtsjahr 1328, macht weder Werbung noch Öffentlichkeitsarbeit – doch jeder kennt das Bier. Und das Unternehmen zählt zu den wichtigsten Immobilien-Besitzern in der Stadt. Welche Gebäude Augustiner gehören, darüber gibt eine Sprecherin keine Auskunft, da es sich um „Geschäftsgeheimnisse“ handle.

Es ist jedoch bekannt, dass viele Gebäude, in denen Augustiner-Gaststätten sind, der Brauerei auch gehören. Dazu zählen der Augustiner-Keller in der Arnulfstraße 52 und das Augustiner-Stammhaus in der Fußgängerzone (Neuhauser Straße 27). Der historische Bau verdeutlicht ein Stück Münchner Geschichte. Nach der Säkularisierung – seit 1294 wurde im Augustiner-Kloster auf dem Haberfeld gebraut – zog die Brauerei mit ihrem zweiten Stammhaus in die Neuhauser und blieb bis 1885. Wo heute die Menschen einkaufen, wurde früher Bier gebraut. Um die Jahrhundertwende kam die Gaststätte mit dem bekannten Muschelsaal hinein. Gebraut wird derzeit im Westend: Das Gelände an der Landsberger Straße ist seit über 140 Jahren Hauptsitz des Unternehmens.

Wer sich mit Augustiner-Immobilien befasst, landet bei den Teilhabern der Brauerei: Die gemeinnützige Edith-Haberland-Wagner-Stiftung (EHW) hält 51 Prozent der Unternehmensanteile. Edith Haberland-Wagner hatte dies als letzte Vertreterin der Familie, die die Brauerei 1829 erworben hatte, testamentarisch verfügt. Kernaufgabe der Stiftung ist es, die Unabhängigkeit der Brauerei zu sichern. Erwirtschaftete Gewinne werden für den Erhalt historischer Baudenkmäler sowie für soziale Projekte eingesetzt.

Einen Einblick in den Grundbesitz der Stiftung erlaubt ihre offizielle Umwelterklärung. Darin dokumentiert die EHW ihr Eigentum: Hier werden die Verwaltung an der Theresienhöhe 14, die Alte Kongresshalle (Am Bavariapark 14), das Jugendhotel Augustin (Am Bavariapark 16) sowie das Bier- und Oktoberfestmuseum (Sterneckerstraße 2) angeführt.

Das Gebäude, in dem sich das Asam-Schlössl (Maria-Einsiedel-Straße 45) befindet, wurde 1992 von der Brauerei erworben und soll dieser immer noch gehören. Stiftungs-Chefin ist Catherine Demeter. Sie sagte vor einem Jahr zu unserer Zeitung, Ferdinand Schmid – ihr Vorgänger – sei „jeden Tag in seinen Wirtshäusern“ gewesen. Neben dem Stammhaus nannte sie das Lokal Burg Pappenheim (Baaderstraße 46) und das Bratwurstglöckl am Dom (Frauenplatz 9). Auch das historische Gut Freiham hat die EHW erworben und dort das Lokal Zum Gustl eröffnet.

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