Die Immobilie der Hauptfeuerwache ist Eigentum der Stadt München, die viele Millionen Quadratmeter Fläche verwaltet. © Marcus Schlaf/Jens Hartmann
Alte Akademie oder Oberpollinger: Auf dem Immobilienmarkt in der Münchner City hat sich zuletzt viel verändert – einige Filetstücke wechselten den Besitzer. Haben Sie, liebe Leser, sich schon mal gefragt, wem besondere Gebäude in unserer Stadt gehören? Dem gehen wir in einer neuen Serie nach. Dazu stellen wir die größten Immo-Akteure in der Stadt vor. Heute: die städtischen Gebäude. Eine Serie von Regina Mittermeier und Julian Limmer.
Ganze 1300 Gebäude mit einer Gesamtfläche von 1,8 Millionen Quadratmetern – verwaltet vom städtischen Kommunalreferat. Allein diese Zahlen zeigen: Wenn es um Grundbesitz geht, ist die Stadt München ein Schwergewicht. Dazu kommen rund 3400 Grundstücke mit insgesamt 17,1 Millionen Quadratmetern im Stadtgebiet sowie weitere 1200 Flächen außerhalb der Stadtgrenzen, die noch einmal 24,7 Millionen Quadratmeter umfassen.
Zum Portfolio zählen nicht nur funktionale Verwaltungsbauten, sondern auch echte Wahrzeichen wie das Neue Rathaus. Daneben befinden sich zahlreiche prominente Immobilien in bester Innenstadtlage im Besitz der Stadt. Dazu gehört etwa das markante Eckgebäude am Marienplatz (Hausnummern 1 und 2). Im Erdgeschoss residiert der Hofjuwelier Carl Thomass – ein Traditionsunternehmen mit mehr als 175 Jahren Geschichte.
Auch das Haus an der Kaufingerstraße 26, in dem das Fachgeschäft Hut Breiter untergebracht ist, gehört der Kommune. Ebenso das Alte Rathaus mit dem Spielzeugmuseum sowie das berühmte Ruffinihaus am Rindermarkt, dessen kunstvoll verschnörkelte Fassaden und Fresken das Stadtbild prägen und beliebte Fotomotive bei Touristen sind. Im Ruffinihaus vermietet die Stadt Büros an Kreative. Darüber hinaus befinden sich zahlreiche weitere, zum Teil eher unscheinbare Verwaltungsgebäude in kommunaler Hand.
Auch prominent: Der Rohbacksteinbau mit kleinen Türmchen an der Schwanthalerstraße 106 – errichtet im Jahr 1879: das Hauberrisser-Haus. Gebaut von dem gleichnamigen Architekten Georg von Hauberrisser, der wiederum ebenfalls das berühmte neue Rathaus in München entworfen hat. Heute befindet sich darin unter anderem eine Akademie für Psychoanalyse.
Das ist bei Weitem noch nicht alles: Der Stadt München gehört außerdem die Feuerwache 1, auch Hauptfeuerwache genannt, in der Innenstadt nahe dem Sendlinger Tor. Adresse: An der Hauptfeuerwache 8. Die Wache wurde bereits am 11. Juli 1904 bezogen – pünktlich zum 25-jährigen Bestehen der Münchner Berufsfeuerwehr. Sie ersetzte das damals veraltete und zu kleine Zentralfeuerhaus. Bis auf einige Renovierungen schaut die Feuerwache 1 auch heute noch fast so aus wie damals.
Auch das Jüdische Museum (St.-Jakobs-Platz 16) und das benachbarte Stadtmuseum (St.-Jakobs-Platz 1) sind laut Kommunalreferat städtisches Eigentum, genauso wie das Dantestadion im Stadtbezirk Neuhausen-Nymphenburg.
Die städtischen Bibliotheken – es gibt insgesamt 26 Standorte – sind nach Referatsangaben zum Teil Eigentum der Stadt München. Die Monacensia-Bibliothek im Hildebrandhaus gehört ebenfalls der Stadt.
Zum Überblick: Rund zwei Drittel aller Immobilien der Stadt sind Verwaltungs- und Betriebsgebäude oder dem Kultur- und Sozialbereich zuzuordnen – dazu zählt auch der Giesinger Bahnhof, in dem mittlerweile zahlreiche Kulturevents wie Konzerte oder Flohmärkte stattfinden. Der Rest der städtischen Gebäude entfällt auf Wohn- und Gewerbeobjekte, Betriebsobjekte sowie Gebäude der Brandbekämpfung und sonstige Sonderobjekte.
Daneben ist die Kommune auch im Besitz von mehreren Gutshöfen – wie dem Biobauernhof Gut Riem, der gut 90 Hektar umfasst – also so groß ist wie knapp 130 Fußballfelder. Bewirtschaftet wird die Fläche vom Anbauverband „Bioland“ – außerdem befinden sich auf dem Gut rund 500 Parzellen, die als Lernort für Kräuterkunde dienen.