Gottes Häuser

von Redaktion

Wem gehört München? – Heute: Diese Gebäude sind im Besitz der Kirchen

Kardinal Reinhard Marx (Foto re.) beim Gottesdienst in der Frauenkirche (Foto oben). Auch das Schloss Fürstenried gehört der Kirche. Das Foto in der Mitte zeigt das Erzbischöfliche Ordinariat. © Axel Haesler, oliver Bodmer, Jens Hartmann (2)

Alte Akademie, Oberpollinger: Auf dem Immobilienmarkt in der Münchner Innenstadt hat sich zuletzt viel verändert – einige Filetstücke wechselten den Besitzer. Haben Sie, liebe Leserinnen und Leser, sich schon mal gefragt, wem besondere Gebäude in unserer Stadt gehören? Dieser Frage gehen wir in unserer Serie nach. Dazu stellen wir die größten Immobilien-Akteure in der Stadt vor. Heute: die Kirchen. Eine Serie von Regina Mittermeier und Julian Limmer.

Sie verwaltet einen himmlischen Immobilien-Bestand, der weit über Wahrzeichen wie die Münchner Frauenkirche hinausgeht: Wenn es um Immobilien geht, gehört die katholische Kirche zu den Schwergewichten in München. Allein die Erzdiözese besitzt im Stadtgebiet Immobilien an knapp 180 Standorten – dazu zählen ein Schloss, Schulen und Büros.

Mehrere Immobilien befinden sich in sehr zentraler Lage – etwa das Erzbischöfliche Ordinariat (Kapellenstraße 4), das Zentrum der kirchlichen Verwaltung für München und Freising. Vor zehn Jahren zog es in das Gebäude nahe dem Stachus. Zuvor gehörte das Gebäude dem Freistaat. Das Bistum kaufte es für 90 Millionen Euro und sanierte es für weitere 55 Millionen. Direkt daneben an der Maxburgstraße sitzt die Erzbischöfliche Finanzkammer, zuständig für Finanz- und Vermögensfragen. Und an der Preysingstraße 93 (Haidhausen) befindet sich noch das Erzbischöfliche Jugendamt im Korbinianshaus.

Neben Verwaltungsbauten besitzt die Kirche Bildungshäuser. Besonders bekannt ist das Schloss Fürstenried, heute genutzt für Exerzitien, Tagungen und Kurse – einst war es Jagdschloss der bayerischen Kurfürsten. Nicht ganz so herrschaftlich, aber ebenfalls kirchlich: das Jugendzentrum Neuperlach (Paul-Löbe-Straße 13).

Zur Erzdiözese gehören zudem Studentenwohnheime wie das Ludwigskolleg (Guerickestraße 19, Schwabing) und das Johann-Michael-Sailer-Haus (Preysingstraße 93, Haidhausen) – und Schulen wie die Franziskus-Grundschule in Haidhausen und die Maria-Ward-Mädchenrealschule in Berg am Laim. Hinzu kommen pastoral und karitativ genutzte Gebäude wie die Dreifaltigkeitskirche (Pacellistraße), die ehemalige Karmeliterkirche (Karmeliterstraße 1) sowie das Haus Bethanien für ehemals wohnungslose Frauen in Aubing. Zum Bestand gehören auch vermietete Büro- und Wohnhäuser, Wohnungen sowie kleinere Einheiten wie Stellplätze und Garagen im Stadtgebiet.

Und was ist mit den Kirchen selbst? Die gehören – ebenso Pfarrhäuser und Pfarrheime – meist nicht dem Erzbistum, sondern verschiednen Pfarrkirchenstiftungen, so etwa bei der Frauenkirche, Heilig-Geist-Kirche oder dem Alten Peter.

Übrigens: Auch die Verwaltungsgesellschaft Aachner Grundvermögen gehört mehreren deutschen Bistümern. Sie besitzt allein in München 20 Immobilien – teils in prominenten Innenstadtlagen wie an der Neuhauser Straße 17 und 45 sowie der Schützenstraße 9.

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