Plötzlich im Mittelpunkt des Singspiels: Stefan Murr (alias Hubert Aiwanger) sitzt auf dem Schoß von Ilse Aigner. © Jan Saurer/monacoshots
Politiker sind am Nockherberg immer hin- und hergerissen. Auch wenn manche Spitzen schmerzen mögen – noch schlimmer ist es, gar nicht vorzukommen. Besonders geadelt kann sich dagegen derjenige fühlen, dessen Double ein eigenes Lied zum Besten geben darf. Herrlich verdreht machten die Singspiel-Schreiber Richard Oehmann und Stefan Betz das am Mittwochabend einfach zum Bestandteil ihres Stücks: „Ich hab ein Lied am Nockherberg“, sang das ganze Ensemble, während Hubert Aiwanger (gespielt von Stefan Murr) ohne Lied beleidigt über die Bühne stolperte – und schließlich auf dem Schoß von Ilse Aigner landete. Und zwar der echten Ilse Aigner, die gleich neben dem echten Aiwanger saß.
„Die Idee kam mir bei der Generalprobe“, erzählt Stefan Murr. Eigentlich habe er sich hinter Aiwanger stellen wollen – doch am ersten Stuhl, Aigners Stuhl, führte kein Weg vorbei. Alle fanden die Idee gut, sich einfach auf Aigners Schoß zu setzen. Doch es gab Bedenken. „Ohne zu fragen, wäre das ein bisschen übergriffig gewesen.“ Dann half der Zufall, als Aigner abends plötzlich in der Singspiel-Garderobe auftauchte.
Die Landtagspräsidentin hatte ein Dirndl-Problem. „Mir ist ein Knopf abgegangen, und die haben mir hinter der Bühne geholfen“, erzählt Aigner lachend unserer Zeitung. „Da hat mich der Stefan dann schnell vorgewarnt.“ Und mit Erlaubnis landete Murr also auf Aigners Schoß. Die Landtagspräsidentin ist qua Amt nicht Teil des Singspiels. Damit galt Murrs resignierter Schlusssatz dann sowohl für sie als auch für Aiwanger: „Wir haben halt kein Lied am Nockherberg.“MIK