Hier wartet Münchens Frühling

von Redaktion

Die Blumenpracht der Kulturgärtnerei wandert in Pflanzgefäße in der ganzen Stadt

Bagger transportieren die großen Pflanzgefäße.

Thomas Seltmann, Chef der Kulturgärtnerei.

Eine bunte Pracht an Blumen entfaltet sich in den großen Gewächshäusern an der Sachsenstraße in Untergiesing. Gärtnerin Steffi Kern freut es. © Marcus Schlaf (3)

In der Stadtgärtnerei an der Sachsenstraße in Untergiesing steht der Münchner Frühling in den Startlöchern. Diese Woche wurden die letzten Blumen in die riesigen Pflanzkübel gesetzt, die die Stadt schon bald aufblühen lassen werden. Nun dürfen sich Stiefmütterchen, Bellis, Vergissmeinnicht und Goldlack noch etwas akklimatisieren, bevor sie Mitte März als erste Farbtupfer in die Innenstadt wandern. Über 500 solcher Pflanzgefäße stehen an insgesamt etwa 40 Standorten der Stadt. Zum Beispiel in der Fußgängerzone, am Stachus, am Hohenzollernplatz, an der Brienner- und Maffeistraße. Es dauert etwa zwei Wochen, bis die Gefäße in den Betonringen ausgetauscht sind.

Hinter Münchens Frühlingsflor steckt eine ausgeklügelte Planung. Die Arbeit hat schon Ende September begonnen, als die großen Gitterboxen mit Erde und den Tulpen-, Narzissen- und Hyazinthen-Zwiebeln gefüllt wurden. „Die brauchen einen Kältereiz, damit sie dann auch Blüten ausbilden“, erklärt Thomas Seltmann. Der Chef der Kulturgärtnerei, die zum Baureferat gehört, hat gerade schon seine Zwiebelbestellung für 2027 abgeschlossen. In jedem der Riesenkübel stecken etwa 120 Zwiebeln.

Im Frühjahr kommen dann zuerst die Hyazinthen, kurz danach die Narzissen, zum Schluss die Tulpen, erst die frühblühenden, danach der Rest. „Damit von Mitte März bis Mai immer was blüht.“ Schließlich seien die Menschen gerade nach einem langen und grauen Winter hungrig nach Farbe und Lebensfreude. „Blumen sind was für die Seele.“

Alle anderen Blumen ziehen die Stadtgärtner in ihren großen Gewächshäusern selbst. „Wir säen aus, pikieren und züchten“, sagt Seltmann. So auch die Stiefmütterchen, die als sogenannte Unterpflanzung fürs erste Farberlebnis sorgen. „Gelb-weiß ist die Zitrus-Mischung, gelb und blau der Sun-and-Sky-Mix.“ Auch die Erde macht sich die Stadt selbst, aus Eigenkompost des Gartenbaus. Pro Kasten werden rund 70 dieser Unterpflanzen eingesetzt. Der Fachmann achtet darauf, welche Blümchen mit welchen harmonieren und was an den Standorten gut aussieht. Mal monochron, mal Farbverläufe, mal Kontraste. Inspirieren lässt er sich dafür unter anderem von Gemälden in Museen. So plant er auch die Schmuckpflanzungen für die großen Beete am Gärtnerplatz, am Weißenburger Platz, am Ostpark oder am Karolinenplatz. Keine gleicht der anderen. „Jeder Platz hat seine Eigenheiten.“ Am Gärtnerplatz orientiert er sich etwa an den Farben der Hausfassaden.

Und während die Münchner sich an den Farbtupfern erfreuen, bereitet der Fachmann mit seinem 20-köpfigen Team bereits die Sommerbepflanzung für die Stadt vor. Die wandert aber erst nach den Eisheiligen im Mai in die Innenstadt.CARMEN ICK-DIETL

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