Training für den Traumjob

von Redaktion

Manuela Wedel ist seit 2003 Feuerwehrfrau im Einsatz

Seit 2003 Feuerwehrfrau: Manuela Wedel. © Feuerwehr

„Geh doch zur Feuerwehr – das wäre bestimmt das Richtige für dich!“ An diesen Satz erinnert sich Manuela Wedel noch genau, auch wenn das Gespräch schon lange her ist. Denn dieser eine Satz hat nicht weniger als ihr ganzes Leben auf den Kopf gestellt. Heuer feiert die gebürtige Oberpfälzerin ihr 25-jähriges Dienstjubiläum bei der Berufsfeuerwehr in München. Dass sie in den vergangenen Jahrzehnten stets eine von nur wenigen Frauen im Einsatzdienst war, hat ihren Weg geprägt. „Ich mag diesen Beruf sehr“, sagt die 45-Jährige trotzdem voller Überzeugung. „Die Mischung finde ich richtig gut.“

Diese Mischung enthält zwei Komponenten. Die eine ist genau das, was man sich vorstellt: Wedel ist im Einsatz und fährt raus, wenn es brennt, – inzwischen als Zugführerin. Das heißt: Sie leitet einen Löschzug, zu dem 18 Kollegen in fünf Fahrzeugen gehören. Dreimal pro Monat schiebt sie eine 24-Stunden-Schicht. Die restliche Zeit ist die Brandamtsrätin im Innendienst tätig. Ihr Thema seit 2018: vorbeugender Brandschutz. Bei beiden Aufgaben profitiert sie von ihrer Erfahrung. Umso spannender ist im Rückblick, wie hoch die Hürde war, bei der Feuerwehr genommen zu werden. Am Sporttest sind schon viele gescheitert, bei den Anforderungen wird nicht zwischen Männern und Frauen unterschieden. 2001 kam für Wedel erst einmal die Ernüchterung. Ihr Praxistest zeigte: „Ich hätte keine der Anforderungen geschafft.“ Damals musste man beim Sporttest etwa 85 Kilo auf der Bank drücken. Drei saubere Klimmzüge schaffen. Und 1000 Meter in unter vier Minuten laufen.

Das Paket spornte die Rettungsassistentin an. „Ich habe dann zwei Jahre lang trainiert.“ Und es tatsächlich geschafft. Ihr erster Einsatzort war die Hauptfeuerwache. An diese ersten Jahre denkt sie besonders gern zurück – auch wenn ihr Erscheinen erst einmal für Vorbehalte gesorgt hat. Feuerwehrfrauen waren keine Normalität. 1998 war Carmen Rott die Erste. Wer sich heute über den Beruf informiert, sieht online auf fast jedem Foto auch Frauen. Fakt ist aber: 2024 waren von 1686 Einsatzkräften nur 27 weiblich – das sind 1,6 Prozent. Zum Vergleich: 2014 gab es nur zwölf Feuerwehrfrauen! Wer sich bewirbt, nimmt eine Sonderrolle ein. Ein Schritt, den Wedel aber nie bereut hat. „Ich mag die Arbeit im Team.“

Wer dabei sein will, muss sportlich sein, anpacken können und sollte keine Höhenangst haben. Das Worst-Case-Szenario für jeden Einsatz ist eine bewusstlose Person in einer brennenden Wohnung. Martina Wedel erinnert sich noch gut, wie sie erstmals in so einer Situation war und mit einem Kollegen einen Mann nach draußen trug. Ohne Körperspannung der Person ist das eine Mammutaufgabe. Trotzdem ging es – auch weil Adrenalin Zusatzkräfte aktiviert. Danach merkte sie am Muskelkater, was sie wirklich geleistet hatte.NADJA HOFFMANN

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