Streit um Geothermie

von Redaktion

Im Siemens-Sportpark soll eine Geothermieanlage entstehen. Doch dagegen regt sich nun Widerstand. Die Bürgerinitiative (BI) Ü60 schlägt Alarm. Was auf den ersten Blick nach einem sinnvollen Baustein der Energiewende klingt, entpuppt sich nach Ansicht der BI bei näherem Hinsehen als ein Projekt mit erheblichen Zielkonflikten.

„Der Siemens-Sportpark ist mehr als nur eine freie Fläche. Er liegt in einer Frischluftschneise, verfügt über wertvollen Altbaubestand und ist Teil eines Landschaftsschutzgebietes“, sagt Ü60-Mitglied Wilfried Buchsteiner. Brisant dabei: Seit 2020 existieren konkrete Planungen für eine öffentliche Sport- und Bildungsnutzung für Kinder, Jugendliche, Familien und ältere Menschen des Geländes. Ein rares Gut in einem Stadtteil, der längst an seine baulichen Grenzen gestoßen ist.

Nun aber wird eine industrielle Nutzung ins Spiel gebracht. Eine Geothermieanlage sei kein unsichtbares Bauwerk, sondern bringe Infrastruktur, Eingriffe in den Boden, Emissionen und Verkehr mit sich, so die Argumente der BI. Den über 60-Jährigen stellen sich dabei grundsätzliche Fragen: Welche Auswirkungen hat das auf Gesundheit und Umwelt? Wie groß ist die Anlage, wo genau soll sie stehen, welche Belastungen sind zu erwarten? Und warum erfahren Bürgerinnen und Bürger davon erst, wenn Fakten offenbar schon geschaffen sind?

Der Konflikt im Siemens-Sportpark ist ein Problem, denn der Münchner Süden braucht beides – erneuerbare Energie ebenso wie Frischluft, Sportflächen und Lebensqualität. Buchsteiner betont: „Wir stellen uns ausdrücklich hinter die Energiewende. Aber Klimaschutz darf nicht gegen Gesundheit, Natur und Erholungsräume ausgespielt werden. Wir fordern deshalb den Erhalt des sportlichen Nutzungskonzepts für alle Generationen.“DORIS KÖNIG

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