Experte Uwe Rathje zeigt Bürgern die Baustelle. © A. Schmidt
Im Münchner Westen wird gebaut ohne Ende. Zum einen die Tram-Westtangente, zum anderen die Verlängerung der U5. Die endet bisher am Laimer Platz. Aber nicht mehr lange: Die U-Bahnlinie wird ausgebaut. Im Januar 2022 haben die Arbeiten auf dem sogenannten Baulos 1 begonnen – dem Abschnitt zwischen Laimer Platz und dem neuen Bahnhof Baumschule Laim. Insgesamt sollen auf den 3,8 Kilometern zwischen Laimer Platz und dem Bahnhof Pasing drei neue U-Bahnhöfe entstehen: Baumschule Laim, Am Knie und Pasinger Bahnhof (Eröffnung circa 2035). Sie sind bereits im Bau – die Kosten liegen bei 1,3 Milliarden Euro. Eines Tages soll die U5 bis Freiham fahren, die Strecke befindet sich in der Planung.
Uwe Rathje kennt das Großprojekt bis ins kleinste Detail. Der 66-Jährige ist Experte im Bereich U-Bahn-Bau, er arbeitet seit 35 Jahren im Baureferat. Genauer gesagt: hat gearbeitet. Eigentlich ist Rathje schon in Rente, trotzdem führt er noch Bürger über die Baustelle und informiert sie über das Projekt. Schließlich sind zahlreiche Anwohner betroffen, bei einigen Häusern in der Gotthardstraße reicht die Baustelle fast bis an die Haustür. Das zehrt natürlich an den Nerven und sorgt für ordentlich Lärm und Schmutz – später aber auch für einen U-Bahn-Zugang direkt vor der Tür. Der persönliche Dialog mit den Bürgern ist wichtig, betont das Baureferat.
Deswegen gibt es kostenlose Führungen, bei denen Interessierte Fragen stellen und die Baustelle besichtigen können. So auch am Donnerstag: Rund 15 Münchner aller Altersgruppen kamen im U5-Infocenter in Laim zusammen. In einer knackigen Präsentation mit anschaulichen Bildern erklärte Rathje, was in den einzelnen Bauabschnitten gemacht, welcher Bohrer genutzt wird und wie man die Häuser nahe der Baugrube schützt. Dann hieß es für alle: Helme, Warnwesten und Sicherheitsschuhe anziehen.
In voller Montur ging es dann auf die Baustelle zwischen Laimer Platz und Baumschule Laim. „Wir wollen uns mal anschauen, was die Stadt so macht“, sagt Axel Bansemir. Der Münchner ist mit Tochter Alma (11) zur Tour gekommen. „Ich will vielleicht mal Architektin werden“, verrät Alma. Sie ist fasziniert von der Arbeit mit den großen Maschinen. Nach einer kurzen Einweisung geht es hinab: 13 Meter in die Tiefe. In den Tunnel unter der Gotthardstraße. Es ist gleich deutlich kälter, man hört die Maschinen dröhnen. Arbeiter gießen gerade den Betonboden, auf dem in einigen Jahren die U-Bahn fahren wird. Die Gleise werden direkt auf dem Beton gebaut, erklärt Rathje. Ohne Schwellen, ohne Schotter. „Richtig cool“, lautet Almas Fazit nach der Tunnel-Tour.
Detaillierte Infos zum Projekt gibt es unter www.ubahnbau-muenchen.de und im Infocenter (Willibaldstraße 70, offene Sprechstunde mittwochs von 15 bis 19 Uhr).LEA SCHÜTZ