Das Betongold der Banken

von Redaktion

Wem gehört die Stadt? – Heute: Die Immobilien der Geldinstitute

Ganz bekannt: die Zentrale der Münchner Stadtsparkasse in der Sparkassenstraße 2. © Jantz

Ebenfalls Union Invest: der Pfisterstock. © Welte

Der Tower der HypoVereinsbank. © JANTZ

Der Campus „Neue Balan“ in Ramersdorf ist im Besitz der Union Invest. © Union Invest

Das Haus am Gärtnerplatz 5 (grünes Dach) gehört der Sparkasse. © Haesler,

Alte Akademie, Oberpollinger, Hirmer-Haus: Auf dem Immobilienmarkt in der Münchner City hat sich zuletzt viel verändert – einige Filetstücke wechselten den Besitzer. Haben Sie, liebe Leserinnen und Leser, sich schon mal gefragt, wem besondere Gebäude in der Stadt gehören? Dem gehen wir in unserer Serie nach. Dazu stellen wir die größten Immo-Akteure in der Stadt vor. Heute: der Grundbesitz der Banken – von Stadtsparkasse bis Union Investment. Eine Serie von Julian Limmer und Regina Mittermeier.

Sie verwalten nicht nur immense Geldsummen, sondern auch einen beachtlichen Bestand an Betongold: die Banken. In München gehören ihnen zahlreiche Premium-Immobilien – darunter Wohngebäude, ein Einkaufszentrum und eines der höchsten Häuser der Stadt.

Allein die Stadtsparkasse besitzt 124 Objekte – mit 2122 Wohnungen und 553 Gewerbeeinheiten. Ein weiteres Gebäude in Toplage kam vor rund zwei Jahren hinzu: Während die Stadt den Elisabethmarkt sanieren ließ, baute die Bank direkt daneben ein neues Haus mit rund 80 Mietwohnungen und 80 Appartements für Studierende und Azubis. Dazu kommen mehrere Büroeinheiten, eine Kita sowie 1600 Quadratmeter Fläche für Einzelhandel und Gastro. Zu den Baukosten wollte die Sparkasse nichts sagen.

Aktuell baut die Bank im Werksviertel das hochmoderne Bürohaus „Tomorrow“ für rund 60 Millionen Euro. Es sollte bereits 2025 bezugsfertig sein – nun soll es diesen Sommer klappen. Laut „Immobilien Zeitung“ soll die Schaeffler-Gruppe als Mieterin einziehen. Zudem besitzt die Bank in Fürstenried (Winterthurer Straße 3–5) das Sparkassenhochhaus mit 250 Wohnungen und acht Gewerbeeinheiten. Bei seiner Fertigstellung in den 1960ern war es mit rund 40 Metern Bayerns höchstes Wohnhaus. Und die Sparkasse besitzt Anlagen in der Nanga-Parbat- und Alfred-Drexel-Straße (Moosach) mit 476 Wohnungen.

Zudem gilt: Viele Gebäude, in denen sich eine Sparkassen-Filiale befindet, gehören der Bank selbst – etwa die Zentrale in der Sparkassenstraße 2 im Tal, aber auch Häuser in der Barer Straße 41, am Gärtnerplatz 5, in der Winthirstraße 2 sowie am Sendlinger-Tor-Platz 6.

Knapp 114 Meter misst er und ist damit das dritthöchste Hochhaus in München: der HypoVereinsbank-Tower. Er ist im Besitz der HVZ GmbH & Co. – diese gehört zur UniCreditBank, zu der wiederum die HypoVereinsbank gehört. Der Tower wurde 1981 fertiggestellt und vor rund zehn Jahren für 250 Millionen Euro saniert.

22 Immobilien besitzt die Union Investment, die Fondsgesellschaft der Volks- und Raiffeisenbanken (genossenschaftliche FinanzGruppe) in München – darunter vier Projekte, die derzeit entwickelt werden. Insgesamt verwaltet die Gesellschaft ein Vermögen von 500 Milliarden Euro, also so viel wie die jährliche Wirtschaftsleistung eines Landes wie Österreich.

Besonders prominent: die Riem Arcaden, das größte Einkaufszentrum der Stadt. Auf einer Gesamtfläche von rund 50.000 Quadratmetern bietet es Platz für 120 Geschäfte, 589 Hotelzimmer und 62 Wohnungen. Union Investment ließ das Areal Anfang der 2000er für rund eine halbe Milliarde Euro bauen. Zudem gehört der Fondsgesellschaft eine Reihe weiterer Immobilien in Top-Lagen: wie ein Bürohaus direkt am Prinzregentenplatz 7–9 oder der Pfisterstock, eines der fünf Bauteile des Alten Hofs – der ehemaligen Herzogs- und Kaiserresidenz. Heute sind darin etwa Büros untergebracht.

Außerdem im Besitz: das Haus „Neue Balan“ (Ramersdorf), ein moderner Campus für Büros, Gastro, Einzelhandel und mehr. Zudem gehören der Union Investment das Gebäude des Motel One am Deutschen Museum (469 Zimmer), das Atmos-Bürohaus (Arnulfpark) oder die Campusimmobilie Konrad im Technologiepark West (Messestadt Riem).

Die BayernLB, die größtenteils dem Freistaat gehört, reduzierte ihren Grundbesitz. Vor rund vier Jahren verkaufte sie mehrere Gebäude in der Brienner Straße. Dort gehört ihr jetzt noch der BayernLB-Campus, zudem besitzt sie eine Sportanlage an der Osterwaldstraße.

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