Schwierige Partnersuche

von Redaktion

Welche Konstellationen im Stadtrat künftig möglich sein könnten

Viel zu tun: Wahlhelfer zählen in den Messehallen in Riem die Briefwahlstimmen aus. © Malin Wunderlich/dpa

München hat gewählt – und rechnerisch (Stand: 17.30 Uhr) könnte das derzeitige Rathaus-Bündnis aus Grünen, SPD, Volt und Rosa Liste weitermachen. Die CSU hat ihre Wahlziele hingegen verfehlt. Clemens Baumgärtner wollte in die Stichwahl. Fehlanzeige. Die CSU wollte stärkste Kraft werden – Grün-Rot ablösen. Pustekuchen! Obwohl die Union leicht dazugewinnt (0,2 Prozentpunkte), verliert sie ein Stadtratsmandat – und die Wahl. Eine Beteiligung an der Regierung im Münchner Rathaus ist für die CSU nur noch mit den Grünen machbar. Andernfalls lässt auch die nächsten sechs Jahre die Oppositionsbank grüßen.

Um eine Mehrheit zu erreichen, braucht es 41 von 80 Stimmen im Stadtrat. Grüne, SPD, Rosa Liste und Volt (also die bisherige Koalition) kommen auf genau diese 41 Mandate. Zudem hat der künftige OB – sei es Dieter Reiter (SPD) oder Dominik Krause (Grüne) – eine Stimme. Macht also 42. Fraglich ist allerdings nach wie vor, ob eine Fortführung dieser Konstellation überhaupt gewünscht ist. Volt-Spitzenkandidat Felix Sproll hatte voriges Jahr im Unfrieden mit der SPD das Bündnis verlassen und sich Grünen/Rosa Liste angeschlossen. Ist eine Fortsetzung alternativlos?

Für Schwarz-Grün sieht es in Mandaten eng aus: 40 Sitze stehen am Ende. Plus eine Stimme des OB, macht 41. Denkbar knapp. Und kein Geheimnis: Grüne und CSU können nicht so richtig miteinander. Gerade bei der Verkehrspolitik sind die inhaltlichen Gräben riesengroß – Parkplätze, Tempo 30, Dieselfahrverbote, Radwege.

Ähnliche Argumente ließen sich für ein Bündnis aus Grünen, SPD und CSU finden. Das wäre aber zumindest in Zeiten des Sparzwangs die stabilste Mehrheit. Stand jetzt kämen die drei größten Fraktionen zusammen auf 55 Mandate.

Die Auszählung der Stimmen war bei Drucklegung dieser Ausgabe noch nicht ganz beendet. Allerdings ließ sich in weiten Teilen schon abschätzen, mit welchen Personen der neue Stadtrat besetzt ist. Unter den bekanntesten Namen ist Ex-Bunte-Chefin Patricia Riekel, die einen Sitz für die FDP eroberte. Klatschreporter-Legende Michael Graeter scheiterte dagegen.SASCHA KAROWSKI

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