Seit 50 Jahren ist München die sicherste Großstadt Deutschlands. Die Zahl der Verbrechen geht kontinuierlich zurück. Die Gefahr, Opfer einer Straftat zu werden, ist laut Polizeipräsident Thomas Hampel in Städten wie Berlin oder Frankfurt um ein Vielfaches höher. Und dennoch: Gerade Frauen fühlen sich eher unwohl, wenn sie nachts unterwegs sind. Gerade im öffentlichen Nahverkehr. „Sicherheit ist Teamarbeit“, erklärt Hampel. Genauso sei es bei der Verbesserung des Sicherheitsgefühls der Bürger. Deshalb freut es ihn, dass die Polizei diese Aufgabe mit der MVG und der Bahn zusammen angeht. Am Freitag wurde die Kampagne „Sicher unterwegs“ im U-Bahnhof Fröttmaning vorgestellt. In deren Mittelpunkt stehen Info-Filme, die in Bussen und Bahnen gezeigt werden. „Es ist wichtig, dass wir nicht nur über Erfolge sprechen, sondern auch über Prävention“, sagte S-Bahn-Chef Heiko Büttner. „Die Reisenden sollen nicht nur sicher sein, sie müssen sich auch sicher fühlen“, ergänzte Bundespolizei-Leiter Steffen Quaas. Den Beteiligten gehe es darum, Präsenz zu unterstreichen. „Wir haben unser Netz unter Beobachtung“, betonte MVG-Chef Ingo Wortmann. Heißt: In den Bahnhöfen und den Zügen zeichnen Videokameras das Geschehen auf. Security, Polizei und U-Bahnwache sind an den Brennpunkten vor Ort und bei einer Alarmierung in wenigen Minuten da. „Trauen Sie sich, die 110 zu wählen“ lautet deshalb eine klare Botschaft in der Kampagne. Hilfe gibt es in Gefahrensituationen auch über die Notrufsäulen, die an Bahnsteigen und Zwischengeschossen stehen. Und: Im Zug bekommen Fahrgäste über Sprechstellen Kontakt zum Lokführer. Laut Wortmann nimmt die Respektlosigkeit im Nahverkehr zu. Pro Jahr gebe es 30 Übergriffe auf MVG-Mitarbeiter: „Jeder ist einer zu viel.“NADJA HOFFMANN