Grüne und CSU dominieren die Bezirksausschüsse in der Stadt. Die SPD muss wie bei der OB- und der Stadtratswahl auch hier starke Verluste hinnehmen. Die Linke kann in vielen Bezirken erhebliche Zuwächse verbuchen, die AfD punktet im Münchner Norden. So sieht es nach Auszählung aller Wahllokale bei der Abstimmung für die 25 Münchner Bezirksausschüsse aus.
Das Farbenspiel auf der geografischen Karte ist eindeutig: An den Rändern der Stadt ist die Grafik schwarz, im Zentrum grün. Ähnlich hatte es bei der Stadtratswahl ausgesehen. Mit dem Unterschied, dass Grüne und CSU auf Bezirksebene prozentual betrachtet viel bessere Ergebnisse erreichten. Der Grund ist simpel: In den Bezirken treten bei Weitem nicht so viele Parteien und Gruppierungen an wie für den Stadtrat.
Klarer Gewinner sind die Grünen. Sie landeten 15 Mal auf Platz eins, die CSU eroberte zehn Bezirke für sich. Ihr Rekordergebnis fuhren die Grünen mit 44,7 Prozent der Stimmen in Au-Haidhausen ein. Hoch hinaus ging es auch auf der Schwanthalerhöhe mit 43,3 Prozent, in der Ludwigsvorstadt/Isarvorstadt mit 42,5 Prozent, in der Maxvorstadt (41,6 Prozent) und in Sendling (41,4 ). Den größten Zuspruch unter allen Parteien gab es ferner in Schwabing-West (38,7 Prozent), Obergiesing-Fasangarten (37,8), Untergiesing-Harlaching (37,5), Altstadt-Lehel (36,4), Neuhausen-Nymphenburg (36,0), Sendling-Westpark (34,1), Laim (33,5) und Schwabing-Freimann (31,1).
Eng wurde es für die Grünen in Berg am Laim (27,4), wo die CSU mit 26,3 Prozent knapp hinter der Öko-Partei landete. In Milbertshofen Am-Hart entwickelte sich das spannendste Rennen. Dort siegten die Grünen mit 27,0 Prozent vor der SPD (23,6) und der CSU (23,4). Besonders enttäuschend aus Sicht der Sozialdemokraten: Das Ergebnis aus Milbertshofen war noch das zweitbeste im gesamten Stadtgebiet auf der Ebene des Bezirksausschusses. In Moosach – einer ehemaligen Hochburg – verbuchte die SPD mit 24,6 Prozent das beste Ergebnis, aber in keinem Bezirk kam die Partei auf mehr als 25 Prozent. Auch im einstigen Arbeiterviertel Giesing, wo die Grünen schon lange den Genossen den Rang abgelaufen haben, landeten sie weit unter 20 Prozent. Genau 20 Prozent oder mehr gab es zumindest in Sendling (21,2 Prozent), Schwabing-Freimann (20,5), Berg am Laim (20,0), Ramersdorf-Perlach (22,8), Laim (21,8), Hadern (21,2) und Allach-Untermenzing (20,2).
Die CSU holte ihr bestes Ergebnis in Allach-Untermenzing mit 39,2 Prozent, konnte aber anders als die Grünen in keinem Bezirk die 40-Prozent-Marke überspringen. Stark schnitt die CSU auch in Aubing-Lochhausen-Langwied mit 37,1 Prozent ab, genauso wie in Bogenhausen CSU (35,8), Trudering-Riem (35,9) und Hadern (35,4). Die Nase vorne hatten die Christlich-Sozialen ferner in Ramersdorf-Perlach (31,7), Pasing-Obermenzing (30,8) und Feldmoching-Hasenbergl 32,4. Knapp war es in Thalkirchen-Obersendling-Forstenried-Fürstenried-Solln, wo die CSU 30,8 und die Grünen 30,0 Prozent der Stimmen holten, sowie in Moosach. Dort landete die CSU bei 28,0, die Grünen bei 25,9 Prozent.
Die Linke erzielte auf der Schwanthalerhöhe mit einem Stimmenanteil von 17,2 Prozent einen spektakulären Erfolg. Starke Ergebnisse gab es auch in Au-Haidhausen (10,6 Prozent) und Sendling (10,4 Prozent), in Obergiesing-Fasangarten mit 11,9 Prozent oder in der Ludwigs-/Isarvorstadt mit 9,5 Prozent. Die AfD holte nur in Feldmoching-Hasenbergl mit 10,0 Prozent ein zweistelliges Ergebnis. Stark waren die Rechtspopulisten außerdem in Moosach (7,7,) Milbertshofen Am-Hart (9,1), Berg am Laim (8,3) und Allach-Untermenzing (7,6).
Die FDP konnte nur im Bezirk Altstadt-Lehel mit 8,6 Prozent einen bemerkenswerten Erfolg erzielen. ÖDP und München-Liste kamen in Feldmoching-Hasenbergl als gemeinsame Liste auf 12,2 Prozent. Hier machte sich der Sondereffekt der städtebaulichen Entwicklungsmaßnahme (SEM) im Norden bemerkbar. Munchen-Liste und ÖDP sind die schärfsten Kritiker der SEMKLAUS VICK