Wichtiger Schlag gegen eine mutmaßliche Einbrecher-Bande aus Chile: Einsatzkräfte der Polizei nahmen vor knapp zwei Wochen im Raum Krefeld (Nordrhein-Westfalen) zwei Tatverdächtige (24 und 25) fest, wie das Münchner Präsidium mitteilt. Ein weiterer Verdächtiger (31) sei noch auf der Flucht. Das Trio soll seit Anfang 2025 für acht vollendete und vier versuchte Einbrüche im gesamten Münchner Stadtgebiet verantwortlich sein. Die Diebe hatten vor allem Schmuck und Bargeld im Wert von mindestens 100.000 Euro erbeutet.
Auf die Schliche kamen die Ermittler dem Trio nach zwei Wohnungseinbrüchen in Bogenhausen Anfang des Jahres. Dabei drangen die Täter gewaltsam in Wohnungen ein und stahlen Wertgegenstände. Spuren führten die Münchner Kriminalpolizei zu den drei Männern aus Chile, die sich zu dem Zeitpunkt gerade in Krefeld aufhielten.
Kurz bevor die Münchner Anfang März ihre Kollegen in Nordrhein-Westfalen verständigten, soll das Trio noch einen weiteren Einbruch in Düsseldorf begangen haben.
Zum Zugriff kam es am Abend des 5. März. Den Männern gelang zunächst die Flucht mit dem Auto, anschließend zu Fuß. Durch eine große Fahndung inklusive Hubschrauber konnte die Polizei zwei Tatverdächtige festnehmen, der dritte entkam. Im Fluchtwagen stellte die Polizei Wertgegenstände aus dem Einbruch in Düsseldorf sicher. In der Unterkunft in Krefeld fanden die Ermittler zudem weiteres Beweismaterial.
Die zwei gefassten Männer sitzen in Nordrhein-Westfalen in U-Haft. Die Polizei geht von einer Diebesbande aus. Das Trio hat keinen festen Wohnsitz in Deutschland. Die Ermittler vermuten, dass sich die Verdächtigen im Tatzeitraum teils in Deutschland, teils in ihrer Heimat aufhielten. Sie sollen als Touristen hierhergekommen sein – Chilenen benötigen für Aufenthalte unter 90 Tagen kein Visum.
Es sind nicht die ersten Einbrecher aus Chile, die in München auffällig wurden. Die Polizei gründete eigens für diese Personengruppe im vergangenen Jahr ein Ermittlerteam.JULIAN LIMMER