Teures Pflaster

von Redaktion

Haidhausen: Händler sehen die Fußgängerzone in der Weißenburger Straße skeptisch

Nach wie vor umstritten: Die Weißenburger Straße soll dauerhaft zur Fußgängerzone werden. © Marcus Schlaf

Zwischen Pariser und Weißenburger Platz sollen bald keine Autos mehr rollen. Das werden die Fraktionen von SPD und Grünen morgen bei der Sitzung des Bezirksausschusses Au-Haidhausen beantragen. Diese Regelung soll dann dauerhaft gelten – als Fortsetzung des Testbetriebs. Denn die Weißenburger Straße als Fußgängerzone war von Sommer 2024 bis 2025 bereits ausprobiert worden. Anschließend wurden Anrainer und Passanten befragt, Ende Januar stellte das städtische Mobilitätsreferat die Auswertung vor. „Die Testphase hat gezeigt, dass die Fußgängerzone funktioniert“, sagte Mobilitätsreferent Georg Dunkel.

Demnach waren die Anwohner zu über zwei Dritteln dafür. Allerdings: Viele Gewerbetreibende sahen die Fußgängerzone skeptisch. „Wir hätten eher eine Einbahnstraße bevorzugt“, berichtet ein Händler aus der Weißenburger Straße, der nicht in der Zeitung stehen möchte, „weil es viele Anfeindungen gegen meine Person gab“.

Er bemängelt den Wegfall der Parkplätze und berichtet von Gewinneinbußen im zweistelligen Prozentbereich. Ein anderer Händler befürchtet weiter steigende Mieten: „Die Straße wird schon mit parkähnlichem Wohnambiente beworben. Was die Gewerbemieten angeht, haben wir gesehen, was in der Sendlinger Straße nach der Umwandlung zur Fußgängerzone passiert ist. Alteingesessene Geschäfte konnten sich die Mieten dort nicht mehr leisten und wurden von internationalen Ketten verdrängt.“

Geldprobleme gibt‘s übrigens nicht nur bei Ladenbetreibern, sondern auch bei der Stadt. Deshalb soll die Fußgängerzone zunächst nur mit Provisoriums-Ausstattung kommen, bestückt mit Blumenkübeln und Sitzgelegenheiten. Radler können in Schrittgeschwindigkeit durch die Straße fahren. Geplant sind zudem Parkmöglichkeiten für Personen mit Gehbehinderung sowie für Handwerker und Lieferanten.

Die Bürgerinitiative „Haidhausen für alle“ setzt sich darüber hinaus für ein neues Parklet in der Weißenburger Straße 44 ein. Mit diesem Sitzmöbel auf einem ehemaligen Parkplatz will die Vereinigung die Einrichtung einer dauerhaften Fußgängerzone vorantreiben. Ob es dazu kommt, entscheidet der Stadtrat wohl Mitte des Jahres. Einige Gewerbetreibende hoffen, dass angesichts klammer Stadtkassen „die Kohle für eine dauerhafte Fußgängerzone am Ende nicht reicht“.GABRIELE WINTER

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