Wir umkurven den Streik

von Redaktion

Stillstand bei Tram, Bus & U-Bahn – Das sind die Alternativen

Zigtausende Fans wollen zum Champions-League-Spiel nach Fröttmaning. © dpa

Rikscha-Fahrer Daniel Hehnen transportiert unsere Leser vom Odeonsplatz aus durch den Streik-Dschungel. © privat

Gute Nachrichten für Schüler – zumindest teilweise: Sie kommen trotz MVG-Streik noch mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zum Unterricht. Denn heute stehen erst ab 11 Uhr U-Bahn, Bus und Tram in München still. Allerdings wird der öffentliche Nahverkehr bereits ab 9 Uhr ausgedünnt. Zwischen 9 und 11 Uhr rücken die dann Fahrzeuge schrittweise ein, um zu vermeiden, dass mit Streikbeginn Züge auf der Strecke abgestellt werden. Wie die Schüler nach Schulschluss heimkommen, steht also auf einem anderen Blatt.

Die gute Nachricht: Wer zwischen 11 und 13 Uhr in der Münchner Innenstadt dringend wohin muss, kann sich an den Rikschafahrer unseres Vertrauens, Daniel Hehnen (www.rikscha-guide-muenchen.de), wenden. Er wartet zwischen 11 und 13 Uhr am Odeonsplatz und bringt Leser unserer Zeitung an ihr Ziel. Es gilt: Wer zuerst kommt, fährt zuerst. Für kamerascheue Menschen ist das eher nichts, denn unser Fotograf ist mit dabei. Das Ziel sollte allerdings nicht weiter als drei Kilometer entfernt liegen, sonst kommen in den zwei Stunden zu wenige in den Rikscha-Genuss.

Das Wetter spielt in den nächsten beiden Tagen mit, sodass das Fahrrad auf jeden Fall eine Alternative im Streik-Chaos ist. E-Bikes und Scooter zum Leihen sind außerdem an vielen Plätzen verfügbar und können Gestrandeten bis Freitagfrüh um 4 Uhr aus der Patsche helfen. Wer es nicht so luftig mag, sollte auf Busse warten. Laut MVG werden U-Bahn-, Tram- und Busverkehr zwar durch den Streik stark eingeschränkt sein, doch die meisten Buslinien verkehren, allerdings nicht in der üblichen Taktung, sondern unregelmäßig. Laut MVG kommt etwa die Hälfte der Flotte zum Einsatz, „um die Grundversorgung in der ganzen Stadt zu sichern“.

Weiter heißt es, einzelne Tram- und U-Bahnlinien gingen ganz oder abschnittsweise in Betrieb. Der Fokus liege dabei zunächst auf der Tram-Linie 20 und den U-Bahn-Linien U3 und U6. Dabei „liegt die Priorität auf dem Abschnitt zwischen Innenstadt und Fröttmaning“. Letzteres dürfte die Fußballfans freuen, denn mit der U6 kommen sie zum Champions-League-Spiel zwischen dem FC Bayern München und Atalanta Bergamo am Abend.

Bei den Warnstreiks Anfang Februar konnte die MVG zum DFB-Pokalspiel gegen Leipzig die An- und Abreise der Fußballfans zur Allianz Arena mit der U6 in hoher Taktung gewährleisten. Wie viele U-Bahnen dieses Mal nach Fröttmaning rollen, hängt laut MVG „von der Personalverfügbarkeit ab“. Außerdem stehen ab der Donnersbergerbrücke ab 17.30 Uhr kostenlose Busse zum Kieferngarten zur Verfügung. Nach dem Spiel fahren die Busse vom Kieferngarten zurück zum Stachus.

Die S-Bahnen und Regionalzüge sind wie gewohnt unterwegs. Am 23. März steht die nächste Verhandlungsrunde zwischen Verdi und den kommunalen Arbeitgebern an. Der Gewerkschaft zufolge wird über höhere Löhne und bessere Arbeitsbedingungen verhandelt. Mit dem Ausstand will Verdi im Tarifkonflikt um den kommunalen Nahverkehr den Druck auf die Arbeitgeber erhöhen.GABRIELE WINTER

Artikel 2 von 2