Sind sauer: die Anwohner Wolfgang K. und Gabi K.
Dreistes Manöver: Das Foto zeigt, wie ein weißer Mini-Laster den Gehweg zur Durchfahrt nutzt. © privat/Achim Schmidt
Von Gehwegparkern wurde in München schon viel berichtet. Dass es nun auch Gehwegfahrer gibt, ist allerdings ein neues Phänomen.
Derzeit haben vor allem die Anwohner der Laimer Kurparkstraße darunter zu leiden. „Die Polizei war sogar einmal vor Ort und hat dann eine Autofahrerin angehalten. Die war völlig uneinsichtig“, berichtet Anwohnerin Gabi K. Kein Einzelfall. Eltern, die in der Kurparkstraße wohnen, lassen inzwischen ihre Kinder wegen Gehwegfahrern, Lastwagen und Rasern nicht mehr alleine zur Schule gehen, sagt die Anwohnerin.
„Zwischen 7 und 8 Uhr morgens ist es am schlimmsten. Da kommen zu den rumpelnden Lastern, die die Baustelle der Tram-Westtangente beliefern, auch noch die Pendler.“
Das städtische Mobilitätsreferat teilt auf Anfrage unserer Zeitung mit, man habe die Projektleitung bereits aufgefordert, „die Baufirmen anzuweisen, mit dem Schwerlastverkehr auf der Fürstenrieder Straße zu bleiben“. Denn: Die Kurparkstraße sei nicht Teil der Belieferungsroute für die Baustellenlogistik und auch keine offizielle Ausweichroute. Allerdings kann das Mobilitätsreferat die übrigen Autofahrer nicht daran hindern, durch die Kurparkstraße zu rasen. Da auch die Polizei nicht ständig vor Ort sein kann, plädieren die Anwohner für mobile Blitzer. Denn eigentlich gilt für die Straße Tempo 30. Gabi K. fürchtet, dass nach dem Ende der Tram-Baustelle viele Autofahrer „ihre“ Straße weiter als Schleichweg nutzen werden.GABRIELE WINTER