Vanessa Huber mit ihrem Mann: Vier Tage später verschwand sie. © Polizei
Kann sich ein Mensch in der heutigen Zeit einfach aus dem Staub machen? Alles hinter sich lassen, irgendwo und irgendwie ein neues Leben beginnen – ohne dabei eine digitale Spur zu hinterlassen? „Ich denke nicht, dass das geht“, sagt Helmut Eigner. Deshalb ist die Hoffnung des erfahrenen Polizisten gering, dass Vanessa Huber einfach nur abgetaucht ist. Das mysteriöse Verschwinden der Unterhachingerin gibt der Polizei seit dem 5. November 2022 Rätsel auf. Seitdem laufen Mordermittlungen, ohne dass es eine Leiche gibt.
Alles an diesem Fall ist speziell, erklärte Präsidiumssprecher Werner Kraus. „Wir können nicht mal sicher sagen, ob ein Gewaltdelikt vorliegt“, die Frau verschwinden wollte oder Selbstmord begangen hat. Der Fakt, dass sich das Kommissariat 11, besser bekannt als Mordkommission, mit dem Huber-Fall beschäftigt, zeigt aber, in welche Richtung die Einordnung der Ermittler geht.
Ihr Hauptansprechpartner nach dem Verschwinden der 39-Jährigen war der Ehemann. Er erklärte, dass die Frau nach einem Streit zur Tür hinausgegangen und nicht mehr zurückgekommen ist. „Zunächst war der Ehemann für uns ein Zeuge“, erklärt Kraus. Schnell wechselte der Status aber zum Beschuldigten.
Warum? Weil seine Aussagen nicht so recht zusammenpassen wollten. Und weil er sich nicht so verhielt, wie man es von jemandem erwarten würde, der in großer Sorge um seine Partnerin ist. „Die Wohnung wurde akribisch durchsucht“, erklärte Kraus. Es wurde aber nichts gefunden, was den Verdacht gegen den Ehemann erhärtet hätte.
Die Polizei startete groß angelegte Suchen. Dabei überflogen Drohnen den Perlacher Forst. „Wir haben 45.000 Bilder ausgewertet“, sagt Kraus. 114 Stellen wurden in der Folge im Wald abgesucht – ohne Ergebnis. Insgesamt gingen 75 Hinweise bei der Polizei ein. Keiner führte zu einer heißen Spur. Im Jahr 2024 starb Vanessa Hubers Ehemann ohne Fremdeinwirkung in seiner Wohnung.
Auf seinem Laptop sahen die Ermittler, dass er online mehrfach die Koordinaten eines Tümpels bei Unterhaching eingegeben hatte. Das Gewässer wurde im Sommer 2024 untersucht. Die Leiche von Vanessa Huber fanden die Taucher nicht.NAH, THI