Maibaum weg in nur sieben Minuten

von Redaktion

Burschen aus Goldach bei Freising stehlen zwischengelagertes Stangerl für Zamdorf

Rechtzeitig wieder beim ursprünglichen Besitzer: das Prachtstangerl der Maibaumfreunde Zamdorf. © Instagram

Den Burschen aus Goldach im Landkreis Freising ist es gelungen, den Maibaum aus dem Münchner Stadtteil Zamdorf zu klauen. Und das völlig spontan. „Wir waren eigentlich in Pliening im Kreis Ebersberg spionieren“, erzählt Louis Hasenöhrl, der Vorsitzende des Vereins. Doch dann kam alles anders: Auf dem Weg dorthin drängte sich den Burschen ein anderes, unerwartetes Ziel geradezu auf. Im Vorbeifahren sichteten sie den Zamdorfer Maibaum, der auf einem Hof im Landkreis Erding zwischengelagert war – mehr oder weniger unbeaufsichtigt auf einem Transportgestell.

Ganz ohne Hürden lief die Aktion dennoch nicht ab. „Da waren zwei Hunde draußen, die haben sofort angeschlagen“, erzählt Hasenöhrl, der von seinen Freunden Hasi genannt wird. Die Goldacher mussten abbrechen – vorerst. Sie setzten ihre Spionage-Tour fort. Auf dem Rückweg wagten sie einen zweiten Versuch. „Diesmal waren die Hunde weg.“ Die Gelegenheit war da, und die Burschen griffen zu: Gegen 4 Uhr morgens stahlen sie am Ostersonntag den Zamdorfer Baum. Neun Mann waren im Einsatz. Aus dem Hof zogen sie den rund 20 Meter langen, circa zwei Tonnen schweren Baum heraus, erst auf der Straße kam ein Sprinter zum Einsatz. Normalerweise sind die Maibäume größer und schwerer, sagt Hasenöhrl. Dieser Klau war für die Burschen ein Kinderspiel. „Keine sieben Minuten hat es gedauert“, sagt der Chef-Bursche stolz.

Lange ließen die Burschen ihre Kollegen nicht zittern. Die Zamdorfer hatten ihren Maibaum für Ostermontag groß angekündigt – mit Festzug, Biergartenbetrieb und den Münchner Bläserbuben. Pünktlich zum Start des Programms brachten die Goldacher den entführten Baum wieder an seinen Platz. Die Verhandlungen liefen zügig: Als Auslöse einigte man sich auf eine Brauereireise zu Augustiner. „Wie das genau ablaufen soll, ist noch unklar – eine Zusage gibt es bislang nicht“, berichtet Louis Hasenöhrl.

Für die Goldacher könnte es in diesem Jahr nicht der letzte erfolgreiche Diebeszug gewesen sein. „Die Saison ist noch nicht beendet“, kündigt Hasenöhrl an. Bisher ist ihnen fast jedes Jahr ein Maibaum-Klau gelungen. Einmal unter dem Decknamen „Operation Toter Fisch“, einmal als „Operation Sterbende Eule“. In Zamdorf ist ihnen die „Operation Gamsige Goaß“ geglückt.AB/EO

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