Hat eine große Gemeinde: Pfarrer Rainer Maria Schießler in der Ausweichstätte Nazareth. © Michaela Hartmann
Noch gesperrt: St. Maximilian wird saniert. © St. Maximilian
Pfarrer Schießlers letzter Gottesdienst in St. Maximilian vor der Sanierung 2025. Im Herbst will er zurück. © Thedens
Wenn es einer schafft, den Katholizismus modern zu halten, dann ist das Rainer Maria Schießler. Der Pfarrer, Autor und mit beiden Beinen fest im Leben stehende 65-Jährige segnet Hunde und Fahrzeuge, zelebriert Schunkelmessen mit der Narrhalla – und verbreitet Zuversicht. Dass er nach Ostern 2025 wegen der großen Sanierung „seiner“ Kirche St. Maximilian an der Isar („Ein Wahrzeichen Münchens, die Türme siehst du auf jeder Stadtansicht“) seine Schäfchen vom Glockenbachviertel interimsweise nach Bogenhausen in die (evangelische) Nazarethkirche führen konnte – Hosianna! Seine Pilgergemeinde folgte, neue kamen hinzu.
Doch alles Jauchzen und Frohlocken in der Not hat bald ein Ende. Denn das Leben (in) der Nazarethkirche ist endlich. Im September 2025 wurde sie stillgelegt, sie soll verkauft oder in Erbpacht abgegeben werden. Schießler: „Unser Mietvertrag läuft am 5. Juli aus.“ Einen Tausender pro Monat zahlt die katholische Kirche Miete, „dafür bekommst du im Glockenbach nicht mal eine Garage“. Und jetzt? Jetzt hat’s der Münchner Geistliche so langsam (h)eilig.
Schießler zählt uns die Hochamt-Termine an den Sonntagen auf – so plant er die Zukunft: Bis 5. Juli kann er in der Bogenhausener Nazarethkirche bleiben. Am 12. Juli hält er auf dem Dach vom Werk 3 im Werksviertel am Ostbahnhof sozusagen wieder eine Bergpredigt, „weil wir auf dem Dach in 59 Metern Höhe sind“. Am 19. Juli findet dann die erste Messe im Freien vor St. Maximilian statt, am 26. Juli eine Fahrzeugsegnung am selben Ort. „Im August nutzen wir dann die Korbinianskapelle innerhalb von St. Maximilian.“
Da sind ohnehin Sommerferien in Bayern. Doch ab Mitte September, egal, wie, der Stand der rund sechs Millionen Euro teuren Sanierung dann sein wird: „Nach den Sommerferien müssen wir wieder rein in unsere Kirche. Wir müssen, da gibt es keine Alternative.“ Schießler braucht nicht die große Orgel („Wir haben eine Hammond“), nicht den überdimensionierten neoromanischen Raum – aber einen kleinen Teil davon. Das muss auch nicht der Altarraum sein. Sein frommer Wunsch scheint den Architekten Befehl. Schießler ist zuversichtlich: „Sie sagen, dass das hinhauen müsste mit Mitte September.“MATTHIAS BIEBER