Erhalten ein Erinnerungszeichen: Hugo Helbing und Gattin Lydia. © Nachlass Helbing
Bevor die Nazis ihr millionenfaches Morden begannen, galt die Galerie Helbing in München als eines der renommiertesten Auktionshäuser Europas. Der Firmengründer Hugo Helbing, sein Sohn Fritz und dessen Frau Dora wurden wegen ihrer jüdischen Herkunft verfolgt und ermordet.
Hugo Helbing, geboren 1863 in München, gründete schon mit 22 Jahren sein Auktionshaus an der Residenzstraße. Im Jahr 1900 zog sein Geschäft dann ins Lehel, Ecke Liebig-/Wagmüllerstraße. Die Versteigerungen der Helbings wurden gesellschaftliche Ereignisse – und begründeten den Ruf der Stadt als Top-Standort im internationalen Kunsthandel mit.
Seit 1935, zwei Jahre nach Hitlers Machtergreifung, konnten nur noch wenige Versteigerungen stattfinden. Im Zuge der „Kristallnacht“ (9./10. November 1938) wurde der Firmengründer so schwer misshandelt, dass er seinen Verletzungen erlag. Für die Galerie Helbing wurde ein „Treuhänder“ eingesetzt, später wurde sie liquidiert und der Verkaufserlös zugunsten des Deutschen Reiches eingezogen.
Hugo Helbings ältester Sohn Fritz, der ins Auktionshaus des Vaters eingetreten war, und seine Ehefrau Dora Goldstein heirateten 1941 und wurden nach zahllosen Demütigungen 1943 ins KZ Auschwitz verschleppt und ermordet.
Am 23. April ehrt die Stadt München die Familie nun mit einem Erinnerungszeichen am ehemaligen Wohn- und Wirkungsort an der Liebigstraße 21. Es wird um 16.45 Uhr angebracht, um 17.30 Uhr folgt eine Gedenkveranstaltung im St.-Anna-Gymnasium im Lehel. Anwesend sind unter anderem Charlotte Knobloch (Israelitische Kultusgemeinde), Johannes Nathan als Mitglied der Familie, Meike Hopp (Deutsches Zentrum Kulturgutverluste) und Schülerinnen des Gymnasiums.MM