Ein Denkmal für den Elvis von Schwabing

von Redaktion

Dank prominenter Unterstützung: Wunsch von Richard Rigans Freundin könnte in Erfüllung gehen

Stadtrat und Musiker Roland Hefter hilft mit. © A. Schmidt

Wilde Jahre in Schwabing: Lange betrieb Richard Rigan auch einen Live-Club an der Herzogstraße. © Repro: Westermann

Große Liebe: Richard Rigan mit Partnerin Monika Riede.

Eine Legende: Richard Rigan 2016 vor seinem Stammlokal „Kurfürstenstüberl“ in Schwabing. © Heinz Weissfuss/privat

Der Elvis von Schwabing, der 2023 mit 77 Jahren verstorbene Richard Rigan: Er prägte das alte Schwabing, als es noch ein Künstler- und Musikerviertel, noch wild und berüchtigt war. Für die Spider Murphy Gang war er in einem Song „da Größte in da Stadt, da King of Rock`n`Roll“. Wer zeitlebens so gefeiert wurde, der hat nach dem Tod ein Denkmal verdient. Das soll der Musiker selbst so gesehen haben. „Zwei Jahre vor seinem Tod hat er gesagt, er hätte gerne auch so ein Andenken wie der Monaco Franze an der Münchner Freiheit“, erzählt Monika Riede (73), mit der er 30 Jahre liiert war. Sie will den Wunsch ihrer großen Liebe nun erfüllen.

„Als ich Anfang des Jahres den Artikel zu seinem Todestag gelesen habe, habe ich mich wieder daran erinnert, dass er das mal erwähnt hat“, sagt Monika Riede im Gespräch mit unserer Zeitung. Wie das Denkmal aussehen soll, habe er nicht gesagt. „Nur dass es in Schwabing stehen soll – das ist klar. Vielleicht irgendwo in der Nähe seines Clubs.“ Rigan betrieb von 1978 bis 1986 einen Liveclub an der Herzogstraße. „Dort hat er viele Künstler groß gemacht.“ Er habe insgesamt viel für München getan. „Er hat Schwabing geprägt und die Stadt in ganz Deutschland und Europa repräsentiert.“

Ein großes Problem hat Monika Riede aber: „Ich kann finanziell nicht viel machen, ich beziehe Grundsicherung und komme gerade so über die Runden.“ Da könnte ihr aber einer helfen: Stadtrat und Musiker Roland Hefter (SPD). Sein Bruder Alfons hat damals bei Rigan Schlagzeug gespielt – und ist Steinbildhauermeister.

Roland Hefter sagt auf Anfrage unserer Zeitung: „Ich habe mit meinem Bruder gesprochen. Er könnte sich vorstellen, eventuell kostenfrei eine Relief-Platte von Rigan anzufertigen. Auf jeden Fall werden wir uns mit Monika Riede zusammensetzen und überlegen, was wir tun können.“

Wer weiß: Vielleicht helfen Roland Hefters Kontakte in der Stadtpolitik ja bei der Standortsuche weiter. Der Musiker findet die Idee nicht abwegig, ein Denkmal für den „Elvis von Schwabing“ zu errichten. „Er hat die Szene in München geprägt. München war damals eine Weltstadt für Live-Musik. Und Rigan stand für das Lebensgefühl des lässigen, wilden Münchens.“

Geboren wurde Richard Rigan 1945 in Tschechien als Kind von Zirkusleuten. Richard Winter war übrigens sein eigentlicher Name. Die Hälfte seiner Familie kam im Konzentrationslager um. Seine Mutter floh mit ihm barfuß über die Grenze – und landete in der Nachkriegszeit in München. Ende der 50er-Jahre begann er eine Lehre im Einzelhandel und kaufte sich bald seine erste Bassgitarre. 1963 hatte er mit seiner Band „Rigan-Clan“ den ersten Auftritt. Ab da wusste er: „Ich bin Rock‘n‘Roller. Ab heute heiße ich Richard Rigan.“

Monika Riede könnte die Arbeit am Denkmal-Projekt guttun, ihr eine Aufgabe geben. Sie sei seit Rigans Tod kaum mehr aus dem Haus gegangen. „Ich bin noch immer nicht über seinen Tod hinweggekommen.“NINA BAUTZ

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