An der Gebsattelstraße könnten für einen Radweg Parkplätze wegfallen. Auch die Dult wäre betroffen. © Marcus Schlaf (2), Yannick Thedens
Mehr Platz für Radler – dafür aber weniger Parkplätze für Autofahrer! Als Teil der Maßnahmen des Radentscheids soll in der Gebsattelstraße in Au-Haidhausen der Straßenraum umverteilt werden. Mobilitätsreferent Georg Dunkel (parteifrei) hat dazu einen Vorschlag erarbeitet, über den demnächst der Stadtrat entscheiden soll. Doch jetzt schlägt das Referat für Arbeit und Wirtschaft (RAW) unter der Leitung von Christian Scharpf (SPD) Alarm: Es sieht die drei Auer Dulten bedroht.
Laut dem Entwurf soll in der Gebsattelstraße zwischen der Franziskanerstraße und der Regerstraße im Osten sowie der Straße Am Herrgottseck und dem Mariahilfplatz im Westen ein Radweg entstehen. Derzeit sind auf der 350 Meter langen Strecke auf beiden Seiten Parkplätze. Bergauf Richtung Osten gibt es einen 1,40 Meter breiten Radschutzstreifen. Bergab, in Fahrtrichtung Innenstadt, radeln die Radfahrer größtenteils auf der Fahrbahn.
Mobilitätsreferent Dunkel schlägt jetzt vor, bergauf neben dem Gehweg einen 2,30 Meter breiten Radweg zu bauen. Mit einem Sicherheitstrennstreifen aus Beton soll verhindert werden, dass dieser überfahren oder darauf geparkt wird. In Gegenrichtung sollen sich weiterhin Radler und Autofahrer die Fahrbahn teilen. Doch: Hier könnten ein Großteil der Parkplätze wegfallen. Dadurch soll zum einen Platz für den neuen Radweg geschaffen werden. Zum anderen sollen Radl-Unfälle durch plötzlich geöffnete Autotüren verhindert werden.
Insgesamt könnten in der Gebsattelstraße 55 von 89 Parkplätzen verschwinden. Auch wenn der Parkdruck in der Gegend „hoch“ sei, sei das „als verträglich zu bewerten“, so das Mobilitätsreferat.
Dagegen protestiert das Referat für Arbeit und Wirtschaft und warnt, dass die „Zukunft der Dulten“ „in Gefahr“ sei. Es sei ohnehin immer schwieriger, Händler für die drei Dulten zu finden. Die Zahl der Bewerbungen sei in den vergangenen zehn Jahren um 30 Prozent zurückgegangen – das RAW befürchtet, dass sich das Problem weiter verstärken könnte. Durch Baustellen und andere Umbaumaßnahmen seien bereits Parkplätze weggefallen. Seit Jahren würden Händler beklagen, „dass das Parken im Umfeld des Veranstaltungsgeländes immer schwerer wird, die Parkplatzsuche viel Zeit in Anspruch nimmt und die Fußwege zurück zum Veranstaltungsgelände immer länger werden“, berichtet das RAW. Sollten weitere Stellplätze wegfallen, „dann spitzt sich die Lage weiter zu“, so die Befürchtung.CLAUDIA SCHURI