Das Paulaner Bräuhaus am Kapuzinerplatz.
Die „Gebrüder-Thomass-Stube“ erinnert an Thomasbräu, das 1928 mit Paulaner fusionierte.
Herzlich willkommen, ich bin der Neue: Zeno Kratzer (33) führt künftig das Paulaner Bräuhaus am Kapuzinerplatz. © Marcus Schlaf (3)
Zeno Kratzer hat ein bisserl kleine Augen, als wir ihn am Freitag im Paulaner Bräuhaus besuchen. „Gestern Abend war lang, ich musste viel sprechen und war spät im Bett“, erzählt er. Ausgewählte Gäste kamen zum traditionellen Ansitzen vorbei. Denn Kratzer, 33, startete vor wenigen Tagen als Wirt. Noch hat er es nicht an die große Glocke gehängt, einiges soll sich erst einspielen. Vom 24. bis 26. April steigt das große Eröffnungswochenende. Dann startet offiziell die Schnitzeljagd am Kapuzinerplatz.
Zeno Kratzer ging in Dorfen zur Schule und studierte danach Latein und Sport auf Lehramt. „Mein Traum war‘s aber immer schon, ein eigenes Wirtshaus zu haben.“ Ob der Quereinstieg in die Gastronomie wirklich etwas für ihn ist, probierte er nach der Uni in den USA aus. „Ich hab’ geholfen, das Restaurant Alpenrose aufzubauen, in Vail im Bundesstaat Colorado“, berichtet der Wirt.
Zurück in Deutschland eröffnete er 2022 die Amari-Bar im Kunstlabor 2 (Dachauer Straße 90) – und dann entdeckte er die öffentliche Ausschreibung der Paulaner-Pachtbörse. Denn Bräuhaus-Wirt Hermann Zimmerer hörte Ende 2025 altersbedingt auf. Zwölf Jahre lang hatte er das Lokal geführt. „Ich habe im Vorjahr ein paar Tage hier bei ihm ein Praktikum gemacht“, erzählt Kratzer. „Hermann ist für mich ein Mentor, er hat uns hier auch schon besucht.“
Innen gibt es gut 300 Plätze. Ein paar Dinge will Kratzer anders machen, es soll etwa draußen wieder einen vom Wirtsgarten (200 Plätze) abgetrennten Selbstbedienungsbereich geben (rund 500 Plätze), in dem man die eigene Brotzeit auspacken kann. „Die Generationen sollen sich hier durchmischen und es soll familienorientiert sein.“ Die halbe Helles ist mit 5,20 Euro nicht ganz günstig, dafür will er mit anderen Dingen punkten: zum Beispiel Live-Musik und Kleinkunstauftritte.
An Wochenenden bietet Kratzer von 9 bis 12 Uhr zwei Paar Weißwürste plus Breze für 4,20 Euro an, dazu gibt es wechselnde Mittagsgerichte (10 bis 14 Euro). „Die Leute können bei uns außerdem karteln, das ist ja nicht überall erlaubt, und wir haben einen Stammtisch eingeführt.“ Das gehöre zur sozialen Verantwortung einer Viertel-Wirtschaft, sagt Kratzer. Schweinsbraten kostet 16,50 Euro, das Wiener Schnitzel mit Bratkartoffeln 28,50 Euro. Küchenchef sei weiterhin Frank Grundhöfer. Nur gibt‘s den Zwiebelrostbraten jetzt vom Entrecôte statt von der Lende. „Das haben manche schon kritisiert, aber ich gehe gern ins Gespräch.“ Zeno Kratzer grinst. Ja, er ist halt der Neue.
Öffnungszeiten: montags bis donnerstags, 11 bis 23 Uhr, freitags, 11 bis 0 Uhr, samstags, 9 bis 0 Uhr, sonntags und feiertags, 9 bis 23 Uhr. Telefon: 089/5446117. Webseite: www.paulaner-brauhaus.de.R. MITTERMEIER