Liebt die Küche in ihrem Interims-Standl: Shari Oppong. © Götzfried
Erst einmal Baustelle: Die große Sanierung auf dem Wiener Platz steht an. Dafür wurden bereits die Ausweich-Standln aufgebaut. © Johannes Simon/pa
Der Markt am Wiener Platz wird saniert, deshalb müssen die Händler bis 2027 aus ihren Ständen ausziehen. Die Stadt hat ihnen als Ausweichquartiere Interims-Stände in hübschem Marktgrün gebaut: Sie stehen an der inneren Platzspitze um den Fischerbuberl-Brunnen herum auf einem Holzpodest. Am 25. April ist offizielle Eröffnung des Interimsmarkts – wir waren jetzt schon dort und haben die Standl-Betreiber gefragt, wie es ihnen in den Interims-Hütten gefällt.
„Es ist schön, ich kann nicht meckern“, sagt Robert Zidar vom La Baita. Er verkauft ab sofort seine Sandwiches und Getränke nicht mehr vorne an der Straße, sondern da, wo es mehr Laufkundschaft gibt. „Hier auf der Platzmitte scheint mehr Sonne, die Leute sitzen gerne hier und entspannen. Vielleicht ist es an dieser Stelle besser für mich.“
Zwei Arten von Ständen hätten die Händler mieten können, erzählt er: leer zum Selbsteinrichten oder schon mit Edelstahlküche. Sein Kritikpunkt: Der Fischerbuberl-Brunnen bleibt während der Zeit der Sanierung leider außer Betrieb. „Und wir dürfen nur bis einen Meter vor den Hütten Tische aufstellen.“ Während er redet, füllt sich der Platz mit Kundschaft. Vor dem Café-Standl Suuapinga sitzen Gäste, trotz durchwachsenen Wetters. Passanten schauen in die Hütten hinein, wünschen den Betreibern „gutes Gelingen“.
Dass es dies geben wird, glaubt Shari Oppong, Betreiberin des Saftstandls Hotel Sol, ganz fest. „Schade, dass der Brunnen nicht läuft“, findet auch sie. Im Übrigen ist sie aber, mehr noch als Robert Zidar, zufriedener als vorher. „Der Zwischenstand ist größer als mein eigentlicher an der Straße. Ich habe einen mit Küche gemietet, die Arbeitsflächen sind ein Traum. Und vor der Hütte ist jetzt viel mehr Platz für Kinderwägen. Das ist hier eine Riesen-Chance!“ Allerdings zeichnet sich auch schon ab, wie es nach der Sanierung für die Händler sein wird: teurer. „Ich zahle jetzt schon für den Interimsstand mehr als für meine gewohnte Hütte“, sagt Markus Kastauer, Inhaber des Blumenhäusls. Dieses sei aber dringend renovierungsbedürftig, etwa wegen kaputter Böden.
Den neuen Standort betreffend ist er ein wenig skeptisch. „Vorher hat man mich an der Straße gut von der Tram aus gesehen. Jetzt muss ich dafür sorgen, dass die Leute erkennen, dass drinnen im Platz ein Blumenstand ist.“ Er findet aber auch: „Der Interimsmarkt ist viel schöner geworden, als wir erwartet haben.“
Am 25. April bieten die Markthändler (Blumenhäusl, Saftstandl Hotel Sol, La Baita, Suuapinga, Wein trifft Schokolade und Banandi) spezielle Angebote und Überraschungen. Bis dahin steht dann auch ein Bauzaun (mit Infos) um den Bestandsmarkt, sagt die Stadt. Hinter diesem erhalten die Ur-Standl dann neue Leitungen, Bodenplatten, Fassaden und Dächer.ISABEL WINKLBAUER